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KÁLMÁN MIKSZÁTH
Das Gentrynest
DER ERSTE BESUCH IN GERELY Ich liebe und schätze alle meine Verwandten (denn gute Fami- |i
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lienbeziehungen sind nicht unwichtig), doch hielt ich mich seinerzeit am liebsten im Hause Pál Kovács' in der ungarischen Tiefebene auf, obwohl unsere Verwandtschaft nur eine entfernte war. Onkel Kovács hatte ein stattliches Haus, in dem es an nichts fehlte, auch Töchter gab es gleich drei. Eine war schöner als die andere, und obendrein waren sie auch noch gute Partien, denn jede bekam 70 000 bis 80 000 Gulden Mitgift, und eine solche Summe hat schon ein bezwingendes Lächeln
Der Zufall wollte es, daß gerade einmal während meines Aufenthaltes ein Freier im Hause erschien. Es war ein hübscher, blondgelockter Jüngling mit dem vomehmen Namen Károly von Boróth zu Lynke und Borót, ein Gentry-Junker zum Verlieben; er trank, ritt, spielte Karten und nannte im Gespräch Mitglieder des hohen Adels vertraulich beim Vomamen. Als er vier, fünf Tage lang die Mädchen auf seine gewinnende Art umworben hatte, faßte er sich ein Herz und bat um die Hand der Ältesten, Milike mit Namen. , j
„Ich bin von eurer gegenseitigen Zuneigung überzeugt", sagte ;,,. .
der alte Herr. „Sie, junger Freund, stammen aus guter Familie, 'i j /1
ich habe gegen eine Ehe nichts einzuwenden, doch vor allem " Ii
„Verfugen Sie über mich, mein Herr " ij^'O
„Es ist meine Pflicht als Vater, zu erfahren, wohin Sie Ihre zukünftige Frau bringen wollen." Und da es in Ungarn, abgesehen von solchen Umwegen, unschicklich ist, sich nach den pekuniären Verhältnissen zu erkundigen, fügte er sogleich hinzu: „Ich möchte nämlich nicht, daß sie mir allzuweit entführt wird!"
„Der Ort ist allerdings etwas weit von hier entfernt, die Pußta Gerely bei Kassa."
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