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Arnaude steht auf. Sie umspannt ihren Leib mit beiden
Händen, so wie man eine Melone hält. Sie tritt auf die
Türschwelle und schaut hinaus.
Die blasse Sonne scheint durch die feinen Piniennadeln -
das ist wie ein kleiner Lichtregen. Mit großen, lässigen
Pinselstrichen wischt sie immer von der gleichen Seite über
die braunen Stämme; auf der andern haftet stets der schwarze
Firnis der Nacht. Zwischen den verfilzten Massen der
Zistrosensträucher mit den rauhen Blättern, aus denen das
Unterholz besteht, trägt jeder der kurzen Grashalme seinen
glitzernden Tautropfen, und das Morgenlicht zerlegt ihn
spielerisch in alle Regenbogenfarben, daß er aufglänzt wie
ein Diamant.
Wie spät es wohl sein mag? überlegt Arnaude.
Als Antoine, Félicien und Joseph weggegangen sind, hat
sie noch geschlafen. Die letzten vier Nächte hat sie nicht
mehr ruhig liegen können, so sehr hat ihr Leib sie gequält
und behindert. Da haben der Vater und die Söhne sich auf
den einen Strohsack gelegt, und sie hat allein auf dem der
Jungen geschlafen. Die Männer haben zum Grand-Cap hin-
auf müssen wie alle Tage. Da oben liegt ein Holzschlag, den
Antoine Desmicheis gekauft hat und der heruntergeschafft
werden muß. Dann hat man gutes Feuerholz und schöne
Holzkohle.
Ein heftiger Schmerz, wie von einer Eisenzange, der sich
von einer Hüfte zur andern durch sie hin windet, lenkt
Arnaudes Gedanken ab. - Hu, hat es diesmal aber weh
getan. - Sie krümmt sich über ihre Bürde und denkt: Ja,
jetzt ist es soweit. Das Kind will zur Welt. Sie überlegt,
ob sie wieder allein niederkommen wird wie damals, als
Félicien geboren wurde, an dem Tage, da Antoine zu weit
weg im Walde gewesen ist, um sie hören zu können. Der
Schmerz verebbt. Das nimmt Arnaude rasch wahr; sie tut
ein paar Schritte ins Freie. Unter den dichtstehenden Bäu-
men schleppt sie sich vorwärts. Wenn sie nur bis zur
Lichtung käme - dann würde ihre Stimme weiter dringen.
Sie kommt hin ; sie ruft :