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Die Lokomotive wurde langsamer und pfiff. Wir fuhren durch eine Station. Der Lokomotivführer dachte nicht daran zu haltén, denn der Zug war so besetzt, daS nicht einmal ein Kind sich noch hatte hineinquetschen können. Fünf Stunden war es her, daB der Zug zuletzt auf freiem Feld gehalten hatte, lange genug, dafi wir uns die Füfie vertreten, unsere Notdurft verrichten und einige sich sogar an kleinen Feuern Tee oder Suppe wármen konnten. Ich gehörte zu denjenigen, die nichts zu kochen gehabt hatten. Mehr als der Gestank im Abteil, jener unvergefílich penetrante Geruch nach Úrin, SchweiB, Angst, Erbrochenem und schlechter Seife, quálte mich der Hunger. Wieder verlangsamte der Zug merklich sein Tempó. Die Lokomotive stieí? fünf schrille, kurze Pfiffe aus. Wir alle wuíiten, was das bedeutete: Fiiegeralarm! Der Zug hielt mit einem Ruck, der mich mit der Stirn gegen die Knie der vor mir sitzenden Frau warf. Schreie gellten und Flüche. Alles drángte zum Ausgang. In diesem Augenblick sah ich ihn zum erstenmal, einen mageren jungen Mann in feldgrauer Uniform, das Schiffchen schrág auf den braunen Locken, das Koppéi eng geschnallt. Er nahm Gepáckstücke entgegen und half Frauen und Kindern aus der Abteiltür ins Freie. Flüchtig trafen sich unsere Blicke, dann hastete ich weiter und warf mich, schutzsuchend, neben die anderen in den Graben. Es war nicht der erste Tieffliegerangriff, den ich mitmachte. Wie ich es gelernt hatte, prefite ich das Gesicht auf den Boden und schlug die Arme über den Kopf. v