Bővebb ismertető
EINLEITUNG
Walter von der Vogelweide* entstammt einem armen Dienstmannengeschledit. Weder Jahr nodi Ort seiner Geburt sind feststellbar. Man vermutet, daß er um 1170 zur Welt gekommen ist. Große Anstrengungen hat die Forschung unternommen, Walters Heimatland zu ermitteln; man hat die Existenz von „Vogelweide-Höfen" in Tirol und Österreich, sogar in der Schweiz, in Mitteldeutschland, in Böhmen und Ungarn nachgewiesen. Dodi wenn wir Walters Diditung und Lebensweg überschauen, dann erscheint es sehr wohl möglich, daß sein Name nicht von einem dieser vielfach belegten „Vogelweide-Höfe" stammt, sondern daß sidi Walter den Beinamen „von der Vogelweide" selbst zugelegt hat, um auf seine Mittellosigkeit und sein Sänger-tum zu weisen: der „von der Vogelweide" gleidi der „von Habenichts", der wie ein (Sing-)Vogel unbehaust ist und sich von dem nähren muß, was sich auf den Vogelnistplätzen gerade darbietet. (Ein ähnliches trotzig-selbstironisches Namensspiel dürfte der Benennung des Sprudi-diditers Spervogel = „Sperlingsvögel" zugrunde liegen; audi die Diditemamen Reuental = „Ort des Mangels", Rümzlant = „Ich räume das Land" und viele andere können als Appellativa verstanden werden.)
* Die Schreibung „Walter" wurde der z. Z. nodi gebräuchlidieren Schreibung „Walther" vorgezogen; auf das „th", das dem Sdireib-gebraudi LACHMANNs angemessen war, kann heute wohl ohne Schaden verziditet werden. Übrigens schreibt auch CARL von KRAUS in seinem letzten Werk, Deutsche Liederdiditer des 13. Jahrhunderts, Tübingen 1952, Textband Seite IX: „Walter". — (Im folgenden wird die Seitenzahl dem betr. Titel oder der Abkürzung angefügt, ohne daß „Seite" oder „S." zu stehen kommt. Hochgesetzte Zahl bezeichnet die zitierte Ausgabe.}