Bővebb ismertető
Der in der Überschrift verwendete traditionelle Begriflf „Limosiner Email" wird neuerdings in zunehmendem Maße durch die allgemeinere Bezeichnung „südliche Emails" abgelöst. Bessere Detailkenntnisse führten zur Erweiterung des früheren Blickwinkels und bieten die Voraussetzung zu einer neuen Synthese. Die Benennung „Limosiner" stammt noch aus dem Mittelalter; in alten Inventaren begegnet man immer wieder den Bezeichnungen „lemovicensis", „lemovicus", „lemovicanus". Inschriftlich verbürgt ist die Herkunft eines Kreuzes aus Limoges und urkundlich belegt auch die eines Ciboriums vom Meister G. Alpais (beide im Pariser Louvre) ; ferner zeugen schriftliche Aufzeichnungen von mehreren Aufträgen an Limosiner Werkstätten (Grabmal des Walter Merton, Erzbischofs von Rochester, sowie das bis heute in Saint-Denis erhaltene Grabmal der Kinder Ludwigs des Heiligen, ferner das von V. Thibaud für seine Vorfahren, die Herrscher von Champagne, angefertigte Grabmal, weiterhin die Bestellungen der Reliquienbehälter beziehungsweise eines Altars durch zwei Bischöfe).
Alles in allem geben die zeitgenössischen schriftlichen Quellen nur spärliche Aufschlüsse über Herkunft und Entwicklungsgeschichte dieser Werke der mittelalterlichen Goldschmiedekunst, die landläufig unter dem Begriff „Limosiner Email" zusammengefaßt werden und die allein durch ihre ansehnliche Zahl und ihren Abwechslungsreichtum Beachtung verdienen. Wir müssen uns daher an die erhaltenen Kunstgegenstände selbst halten, mit Umsicht die überall verstreuten Stücke sammeln und durch sorgfältige Untersuchungen und vergleichende Analysen die historischen Zusammenhänge zu ergründen suchen. Dieses Ziel verfolgt mit anerkennenswertem Erfolg das unter der Leitung von Marie-Madeleine Gauthier in Limoges stehende Corpus des Émaux Méridionaux. Eine 1948 veranstaltete Ausstellung gab den ersten Anstoß für eine umfangreiche Arbeit; unterstützt durch Lichtbilder und einschlägiges Dokumentationsmaterial wurde begonnen, die in aUe Himmelsrichtungen verstreuten Stücke an jenem Ort zu sammeln, der lange Zeit als einziges Zentrum dieser Kunst galt. Limoges