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ALBERT HAUSEREIN VERSUCHDie vorliegende Publikation ist der Bericht über einen Versuch, den die Aargauische Kulturstiftung Pt;o Argovia im Herbst des vergangenen Jahres unternommen hat, den Versuch, die Begegnung von Autor, Kritiker und Leser herbeizuführen. Literatur sollte Ereignis werden einmal nicht als Schreiben in der Einsamkeit, nicht als Lektüre im stillen Kämmerlein, nicht als Lesung vor schweigender Gemeinde, nicht als Sekundärinformation mittels unangreifbarer Kritik, sondern als lebendige Auseinandersetzung am Text, als erhellendes Gespräch zwischen den aufeinander angewiesenen Partnern: dem Autor, dem Kritiker und dem Leser. Literatur nicht als Markt, nicht als Kult, nicht als schwierige Sache für den Kenner, sondern als Prozeß, an dem alle beteiligt sind. Ein Prozeß, offen und öffentlich ausgetragen, im Sinne einer Bewußtmachung der wechselseitigen Bezüge und Bedingungen. Anlaß zu einer solchen Konzeption gab die Überzeugung, daß es verhältnismäßig selten zu einer solchen Ausmarchung kommt, und daß sich zwischen den Partnern meistens Mauern von Vorurteilen, von Ängsten und Anmaßungen auftürmen, die das Verständnis erschweren oder gar verunmöglichen. Wäre es denkbar, daß die Wand durchbrochen werden könnte, die den Autor vom Leser, den Kritiker von beiden trennt? Welchen Leser sieht der Autor vor sich, wenn er schreibt? Wie wird, was der Autor schreibt, vom Leser erfahren? Was hat der Kritiker in dem Spannungsfeld zwischen Autor und Leser zu tun? Wie darf das Verhältnis der drei Partner zueinander verstanden werden? Fragen über Fragen! Statt sie theoretisch zu erörtern, sollte versucht werden, sie in Gruppenarbeit und im Plenumsgespräch praktisch zu erproben. So entstand die Anlage des Tagungsgesprächs.