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VORBEMERKUNG Dic Dichtung jedes Volkes ist national und übernational zugleich. National in dem Sinn, daB sie auf der Spracke beruht, dem eigensten, was ein Volk schaffen kann; in diesem Sinne wird und soll sie immer völkisch" sein. Übernational, indem sie seelische Strömungen, die von anderen Völkern kommen, aufnimmt, staut, für sich verarbeitet und weitergibt. Die deutsche Dichtung ist vergleichbar einem Baum, der tief in der deutschen Erde wurzelt, dessen Stamm und Krone aber den allgemeinen Himmel tragen hilft. Es gibt eine deutsche Erde. Der Himmel aber ist allén Völkern gemeinsam. I Die reiche deutsche Literatur des Mittelalters ist ohne den EinfluB der französischen Troubadoure (die heutige ohne Flaubert und Dostojewski), die englische Literatur ohne die Italiener, die italienische ohne den Einbruch des deutschen Blutes in Italien (Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen: der auch der erste Dichter in italienischer Sprache und vielleicht der Erfinder des Sonettes war), Goethe "ohne die Antiké nicht vorstellbar. Es gibt nur ein Volk, das, soweit uns bekannt, ohne den EinfluB anderer KulIturen zu seinen höchsten Leistungen kam: China. Selbst .die Bíbel wáre nichts ohne die indischen Mythen, die über lAgypten den Weg nach Jerusalem fanden. Und Christus pwandelt in den Spuren Krischnas. Wir wollen unser geiptiges Auge öffnen und es den Sonnenstrahlen aller Kultúrén darbieten. Wir sind Deutsche," sagt einmal Hofmannsthal, und unserer Sprache, die ja unser Schicksal ist, ist dies Merkmal gegeben, daB in ihr wie in keiner die