Bővebb ismertető
EinführungDummheit hat mich immer interessiert - vielleicht w^egen meiner Leidenschaft für den großen Humanisten Erasmus von Rotterdam. Allerdings habe ich nicht vor, eine Lobrede auf die Dummheit zu schreiben, vielmehr will ich sie untersuchen. Wenn eine wissenschaftliche Theorie der Intelligenz existiert, müsste es doch auch eine wissenschaftliche Abhandlung über die Dummheit geben. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass es erhebliche soziale Vorteile mit sich brächte, wenn die Funktion der Dummheit in allen Schulen als Hauptfach unterrichtet würde, um uns - und hier bin ich optimistisch - dagegen zu immunisieren. Da Dummheit eine Krankheit ist, mit der wir uns alle anstecken können, wäre diese Form der Vorbeugung dringend notwendig. Wenn nämlich die Intelligenz unsere Rettung ist, dann ist die Dummheit unser Untergang. Daher sollten wir sie mit dem gleichen Engagement untersuchen wie beispielsweise AIDS.Allein schon die Geschichte der Dummheit würde einen großen Teil der Menschheitsgeschichte umfassen. Die Angewohnheit unserer Spezies, nicht zweimal, sondern zweihundertmal über ein- und denselben Stein zu stolpern, sollte uns zu denken geben. Schon Friedrich Nietzsche verlangte mit der Halsstarrigkeit eines Erleuchteten die Umwertung aller Werte, weil er davon überzeugt war, dass die Moral uns systematisch übers Ohr gehauen hat. Mir scheint, dass man eine Neubewertung der ganzen historischen Vergangenheit vornehmen muss, weil ausgerechnet jener Bestandteil von ihr, den wir für ruhmreich halten, zutiefst unanständig ist. lorge Luis Borges [1899-1996] plante eine Universalgeschichte der Infamie, aber es blieb beim Titel. Maria de la Válgoma und ich haben einst das Gegenstück dazu geschrieben: die Universalgeschichte der Würde. Sie setzt dem kostspieligen Triumph der Intelligenz ein Denkmal. Insgeheim warte ich darauf, dass irgend jemand eine längst überfällige Chronik der Dummheit in Angriff nimmt, die uns im gleichen Maße erstaunen und reumütig werden lässt, wie je-