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Vorwort zur vierten Auflage.
Kein Geringerer als Kant hat von der Logik gesagt, sie habe seit dem Aristoteles weder einen Schritt vorwärts noch rückwärts getan, so daß sie allem Ansehen nach geschlossen und vollendet zu sein scheine. Aus den eifrigen Bemühungen, deren sich gegenwärtig vor anderen philosophischen Gebieten die Logik erfreut, darf man wohl schließen, daß heute wenige mehr diesem Ausspruche beipflichten werden. Dennoch scheint es mir, daß die Macht jener Tradition, aus der die von Kant gerühmte Stabilität hervorgegangen war, im stillen immer noch fortwirkt, und daß sie nicht überall in günstigem Sinne die Untersuchung beeinflußt. Auf Grund einer unbefangenen Betrachtung der Verstandesfunktionen würde heute doch schwerlich mehr jemand die Auffassung für zutreffend halten, daß das Denken nichts als eine fortwährende Subsumtionstechnik sei, oder daß gar, den Künsten der scholastischen Syllogistik irgend ein realer Wert zukomme. Aber indem man sich verpflichtet glaubt, von dem Überkommenen auszugehen, wird man miversehens bei einer Betrachtungsweise festgehalten, der auf dem Standpunkte, den sie nun einmal einnimmt, immerhin Folgerichtigkeit nicht abgesprochen werden kann. Wenn die Voraussetzungen der Aristotelischen Naturlehre aus der heutigen Physik vollständig verschwunden sind, so hat dies seinen guten Grund darin, daß diese Voraussetzungen nicht nur als unbraucli-bar, sondern auch als falsch erkannt wurden. Das Verhängnis der Aristotelisch-scholastischen Logik besteht darin, daß sie zwar unbrauchbar, daß sie aber, abgesehen von ihrem Anspruch, für das wirkliche Denken und Erkennen etwas zu leisten, nicht falsch ist.
So schien es mir denn ersprießlich zu sein, in den folgenden Untersuchungen zunächst und vor allem nicht die Tradition, sondern das lebendige Zeugnis des Denkens in der Sprache sowie die gesicherten und erfolgreichen Methoden des Erkennens in der wissenschaftlichen Forschung zu Rate zu ziehen — Quellen, die uns denn doch heute