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ERLÄUTERUNGEN
In mehrfachem Sinn gebührt diesem Vorspiel die Bezeichnung: erstmalig, einmalig, neuartig. Was Wagner selbst dazu bemerkte, ist auf Seite 2 79 dieses Buches nachzulesen. Wir haben es hier mit einem Tonstück zu tun, dem fast der Charakter eines »sinfonischen Gedichts« zuzuschreiben ist. Der Komponist »malt« in Tönen. Ja, das Wort »Malerei« hat hier sogar einen sehr konkreten Sinn, denn Wagner schreibt vom »klarsten, blauen Himmels-
äther«, den er mit den ersten Takten dargestellt habe. Hier erhebt sich die große Frage, die jahrzehntelang, vom Lohen-grin-Vorspiel ausgehend oder dieses als Zeugen berufend, die Gemüter vieler Musikliebhaber erfüllte: das »Farbenhören«. Stammen die Licht- und Farbvisionen, die den Hörer oftmals bei musikalischen Eindrücken überkommen, von der Instrumentation, der (klanglichen) »Lage« der Instrumente, der verwendeten Tonart? Das Lohengrin-Vorspiel, in A-Dur gehalten, erweckt wirklich den Eindruck, den der Komponist angibt: »blau«, himmelsblau, ätherisch, überirdisch (im wahrsten Sinne dieses Wortes: hoch über der Erde, weit von ihr entfernt). Ist dies den Violinen In höchster Lage zuzuschreiben, ihren Flageolett-Tönen, ihrer zartesten Spielweise, dem Fehlen aller tiefen (»irdischeren«) Töne, der weihevoll getragenen Melodie oder der »hellen« A-Dur-Tonart?
(I)
Die Art der Instrumentation spielt sicher eine Rolle dabei: Wagner gibt vier einzelnen Violinen je eine Solostimme und teilt die übrigen (nach seinem Wunsche noch weit mehr als zwanzig!) in »vier gleichstark besetzte Partien«. Das heißt also, daß allein die Geigen hier achtstimmig spielen! Eine kühne Neuerung von überwältigender Wirkung; daß sie als musikalische Darstellung des Grals zu gelten hat, steht wohl außer Zweifel (weshalb man
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