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Lubok - Russische Volksbilderbogen [antikvár]

 
Sobald der erste Trieb zu einem Kunstschaffen bei einem Volk erwacht ist, greift es sich mit einem unfehlbaren Sinn das Interessanteste, das Universale heraus. Hja Repin Eine ungewöhnliche Ausstellung öffnete 1913 in Moskau, im Kunstsalon in der Bolschaja-Dmitrowka-StraBe, ihre Pforten. Sie hieB Originale Ikonén und Volksbilderbogen und wurde von dem noch jungen, aber schon bekannten Maler Michail Larionow angeregt und veranstaltet. AuBer einer hervorragenden Sammlung von Volksbilderbogen, die er sein eigen nannte, zog Larionow andere...
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Sobald der erste Trieb zu einem Kunstschaffen bei einem Volk erwacht ist, greift es sich mit einem unfehlbaren Sinn das Interessanteste, das Universale heraus. Hja Repin Eine ungewöhnliche Ausstellung öffnete 1913 in Moskau, im Kunstsalon in der Bolschaja-Dmitrowka-StraBe, ihre Pforten. Sie hieB Originale Ikonén und Volksbilderbogen und wurde von dem noch jungen, aber schon bekannten Maler Michail Larionow angeregt und veranstaltet. AuBer einer hervorragenden Sammlung von Volksbilderbogen, die er sein eigen nannte, zog Larionow andere Privatsammlungen heran und konnte auf diese Weise an die 200 russische, japanische, chinesische, französische, jüdische, tatarische und andere Bilderbogen des 18. und 19. Jahrhunderts ausstellen. Diese vergleichende Schau von Volksbilderbogen aus verschiedenen Lándern und Epochen, leider die erste und die einzige in der Kunstgeschichte, zeugte davon, daB die Volksbilderbogen eine geschichtlich gesetzmáBige Erscheinung sind, und diese Kunstgattung auf einer bestimmten Stufe der Kulturentwicklung den meisten europáischen und orientalischen Völkern eigen war. Es wurde klar, daB die Volksbilderbogen, so spezifisch ihre nationale Eigenart und ihr Kunststil auch sind, und so sehr sie thematisch einander gleichen bzw. auseinandergehen, in ihrem innersten Wesen doch ein vereinigendes Etwas aufweisen. Dieses Etwas ist der Geist des Volkes, die nationale Denkweise und das nationale Weltempfinden, die darin zum Ausdruck kommen. Die Bilderbogen widerspiegeln das ásthetische Gefiihl des Volkes, seine Vorstellungen von Gut und Böse, seine sittlichen Kriterien und ethischen Normen. Es ist daher unmöglich, eine nationale Kultur völlig zu begreifen, ohne sich mit diesem Phánomen auseinanderzusetzen. Die russischen Volksbilderbogen sind eine beeindruckende Kunsterscheinung. Auf die Eigentümlichkeit und den hohen künstlerischen Wert des russischen Luboks ist in der Kunstforschung wiederholt hingewiesen worden. Das russische bildhafte Denken bringt in das groBe Orchester der Weltkunst eine Tonalitát und eine Instrumentierung hinein, die sich von allén anderen unterscheiden1, schrieb der französische Kunsthistoriker Paul Duchartre, der als einer der ersten die Luboks im Ausland popularisierte. Duchartre war es auch, der den ersten Versuch unternahm, den westeuropáischen Leser mit der Wunderwelt der máchtigen russischen Recken, der márchenhaften Zarentöchter und -söhne, der witzigen PossenreiBer und mit Mutterwitz begabten russischen Bauern, der verführerischen Schönen, der Narren in Christo, der Wald- und Seeungeheuer, kurz, mit derjenigen Welt bekannt zu machen, die nach russischen Steppen und russischem Wald duftet.2 Allén Abhandlungen über die russischen Volksbilderbogen liegt ein Standardwerk aus der Feder des namhaften Wissenschaftlers Dmitri Rowinski zugrunde, eines Forschers auf dem Gebiet der russischen Kultur. Rowinski machte viele Reisen und lernte die Volksbilderbogen fast aller europáischen und orientalischen Lánder kennen. Seine eigene Lubok-Sammlung záhlte über achttausend Blatt. Ihre Beschreibung wurde zur Grundlage seiner Abhandlung Russische Volksbilderbogen des 17. bis 19. Jahrhunderts, in die der Verfasser alle ihm bekannten Bilderbogen aufnahm. Was stellt nun der russische Lubok, d.h. Bilderbogen, dar? Wann und wie ist er entstanden ? Es war genau vor 160 Jahren, als die gelehrte Welt erstmalig über die russischen Bilderbogen sprach. lm Jahre 1822 trat der junge Moskauer Gelehrte Iwan Snegirjow, ein Sammler von Altertümern,

Termékadatok

Cím: Lubok - Russische Volksbilderbogen [antikvár]
Kiadó: Aurora-Kunstverlag
Kötés: Vászon
Méret: 240 mm x 290 mm
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