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VORWORT
Die in diesem Bande vereinigten zwölf Konversationshefte Ludwig van Beethovens entstammen dreLverschiedenen Jahren und weisen daher inhaltlich unterschiedliche Schwerpunkte auf. Zunächst schließen sich sechs Hefte nahezu lückenlos an die letzten Gespräche des ersten Bandes an (Hefte 11-16) und umspannen den Zeitraum von April bis September -1820. Nach einem Intervall von annähernd einem Jahr und acht Monaten - durch keines der überlieferten Konversationshefte dokumentiert - folgen zwei schmale, in sich geschlossene Hefte aus dem Jahre 1822: In Heft 17 (Anfang Juni 1822) dominieren Gespräche Beethovens mit seinem Bruder Johann und dessen Frau Therese, wobei es vor allem um den Verkauf Beethovenscher Werke geht; Heft 18 (November 1822) führt mitten in die Festgesellschaft, die sich zur Namensfeier von Karl Friedrich Hensler versammelt hat, zu der auch Beethoven gehört. Erst mit Heft 19 setzt wieder eine zusammenhängend überlieferte Gesprächsfolge ein, die in diesem Bande den Zeitraum von Mitte Januar bis Anfang Februar 1823 umfaßt (Hefte 19-22), sich aber mit bemerkenswerter Dichte in den erhaltenen Heften, die in den Bänden 3 bis 6 veröffentlicht werden (bis Ende Mai 1824), fortsetzt.
Die im vorliegenden Bande veröffentlichten Gespräche markieren mithin Ende und Anfang zweier bedeutsamer Lebensphasen Ludwig van Beethovens. Auf der einen Seite ist es jener Abschnitt, der biographisch wesentlich durch das Ringen um die Vormundschaft über seinen Neffen Karl - vor vier gerichtlichen Instanzen gegen dessen Mutter Johanna van Beethoven durchgefochten - geprägt ist und im September 1820 nach nahezu fünf Jahren endlich seinen Abschluß findet. Auf der anderen Seite ist es jene besonders schöpferische Phase Beethovens, in der die 9. Sinfonie entsteht und zusammen mit Teilen der »Missa solemnis« schließlich zur Aufführung gelangt (Herbst 1822-Frühjahr 1824).
In den Jahren der hier veröffentlichten Gespräche (1820/22/23) entstehen wichtige und große Arbeiten Beethovens. Vor allem komponiert er an der »Missa solemnis«, op. 123 (Beginn Frühjahr 1819, beendet Ende 1822), schreibt fast nebenbei die