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»Ich gratuliere Ihnen zum Erfolg der Kur, Herr Kommerzienrat«, sagte Dr. Tomas Wohlmut und steckte das Abhorchrohr in die Tasche. »Ich denke, Sie können in diesem Jahre mit uns zufrieden sein.« Kommerzienrat Gatterburg aus Köln erhob sich vom geblümten Sofa seines Hotelzimmers, schlüpfte in sein Hemd. Er war prächtig gelaunt, weil er sich wirklich hier in Kissingen nach vierwöchigem Brunnentrinken, nach all den Bä- dern und Massagen, Spaziergängen und Liegestunden wesentlich frischer fühlte. Er freute sich auch auf die Heimkehr, auf die Kinder und beinahe aufs Geschäft. Er nahm einen Briefumschlag, den er schon vor dem Eintritt des Arztes vorbereitet hatte, vom Tisch und sagte - ein wenig verschämt, weil er es doch mit einem gebildeten Menschen zu tun hatte: »Für Ihre Mühe . . . mit meiner Dankbarkeit hat das natürlich nichts zu tun.« Tomas steckte den Briefumschlag in die Tasche. Er schätzte den Inhalt auf 500 Mark, soviel pflegten reiche Patienten, die während ihres Kuraufenthaltes täglich besucht werden wollten, am Tag ihrer Abreise zu zahlen. Dann blieb er unschlüssig stehen, nahm ein Buch vom Tisch und sah nach dem Titel, denn immer war es für ihn ein wenig peinlich, sich sogleich, nachdem er sein Geld bekommen hatte, zu verabschieden. Gatterburg hatte offenbar die gleiche Empfindung und deshalb begann er ein überflüssiges Gespräch, während er seine Kleidung wieder in Ordnung brachte: »Was treiben Sie eigentlich im Winter, Doktor? Im Sommer ist Kissingen ein Paradies. Aber im Winter, wie halten Sie es da aus? Sie sind doch noch jung. Kurieren Sie Einheimische? Studieren Sie? Machen Sie Reisen?« »Von allem etwas, Herr Kommerzienrat. Die Praxis ist natürlich im Winter ziemlich eingeschränkt, der Ort hat ja