Bővebb ismertető
Die Schriften über die Gesellschaft Jesu záhlen nach Tausen den; von der Entstehung des Ordens bis auf unsere Tage hat jede Epoche, nahezu jedes Volk und jede Sprache, eine umfangreiche Jesuitenliteratur hervorgebracht. Unter allén diesen Werken gibt es freilich nur wenige, deren Autoren versucht habén, über den Gegenstand objektíve Angaben zu machen, wáhrend alle übrigen bemüht sind, entweder zu schmáhen und anzuklagen oder zu verteidigen und zu lobpreisen. Dennoch wird, wer in unseren Tagén nach der Wahrheit über den Jesuitismus trachtet, gerade in den parteiischen Streitschriften eine ebenso wertvolle Hilfe finden wie in den verbürgten Mitteilungen der Historiker. Denn so wichtig die Aneinanderreihung von überprüften Daten und Aktenstücken in mancher Hinsicht auch sein mag, die ganze Wahrheit, ja gerade deren wesentlichsten Teil, bleiben uns solche trockene Kompilationen oft schuldig. Unvergleichlich tiefere Einblicke in das Wesen und die wirkliche Bedeutung des Jesuitismus gewáhren vielmehr alle die haBerfüllten Pamphlete, die verzerrten Darstellungen, Verleumdungen und die schönfárberischen Apologien, geschminkten Berichte und Verherrlichungen der Ordensgeschichte: Sie zeigen uns das Verhalten lebendiger Menschen der jesuitischen Idee gegenüber, sie lassen erkennen, wie tief diese Idee auf das Fühlen, Denken und Handeln aller Zeiten eingewirkt, bis zu welcher Leidenschaftlichkeit der Empörung und des Enthusiasmus sie den menschlichen Geist emporgetrieben hat. Aus diesen Schriften treten uns die Kámpfer in vollem Streit entgegen, anklagend oder beschwichtigend, anmafiend oder demütig, beschwörend oder triumphierend, spottend oder begeistert, verschlagen oder offenherzig; wir vernehmen den Tonfall ihrer Rede, sehen ihre Gesten und ihr Mienenspiel. Das Urteil, zu welchem wir auf Grund einer solchen Kampfliteratur gelangen, ersteht somit nicht aus farblosem, zu Daten vertrocknetem historischen Material, es erwáchst aus den Aussagen lebendiger Zeugen und aus dem unmittelbaren Augenschein.