Bővebb ismertető
Einleitung
Auch Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Wehkrieges und des »Dritten Reiches« muß die Diskussion um den Nationalsozialismus, um seine ganze schreckliche Wirklichkeit und insbesondere um die Wirklichkeit der Menschen, die unter seinen Bedingungen gelebt haben, weitergehen. Die Frage »Wie konnte es dazu kommen?« verlangt genaue Antworten; die Beschreibung, Analyse sowie Bewertung des tatsächlich Geschehenen und seiner Auswirkungen erfordern persönliche und gesellschaftliche Auseinandersetzungen. Gegenwärtig bestimmen der Eizenstat-Be-richt über den Verbleib des sogenannten Nazi-Raubgoldes, die durch Daniel Goldhagen aufgerührte Debatte um »Hitlers willige Vollstrek-ker« des Holocaust sowie die Ausstellung über die Verbrechen der Deutschen Wehrmacht die historische und politische Diskussion, zeigen das öffentliche Interesse an der Aufarbeitung des deutschen Faschismus. Durchweg geht es um die Problematik der Beteiligung, Verantwortung, Mitverantwortung und Mitschuld am Terror des Naziregimes - der Beteiligung Einzelner, ganzer Institutionen oder auch staatlicher Subsysteme.
Auch Mädchen im Bund Deutscher Mädel (BDM) waren »ganz gewöhnliche Deutsche«. Die vorliegende Studie erschien 1983 in erster Auflage (als Dissertation 1982 vorgelegt).' Sie thematisiert, durch welche Vorstellungen, Einflüsse und Maßnahmen die Einbindung der Mädchen in den Nationalsozialismus versucht und zu erheblichen Teilen auch gewährleistet wurde und aus welchen subjektiven Beweggründen Mädchen ihre Zuordnung im NS gefühlsmäßig als positiv erlebten. Diese Fragen gewinnen im Rahmen der augenblicklichen Debatte neue Aktualität. Das Buch will vor allem eine Frage beantworten: Weshalb konnten P Frauen, die über den BDM in das faschistische Herrschaftssystem eingebunden waren, ihre Mädchenjahre positiv und als »glückliche Zeit« erleben?
Faschismus war auch der Versuch, »Macht über die Herzen eines Volkes« zu gewinnen, wie Göbbels es auf dem Parteitag der NSDAP 1934 formulierte. Mädchen waren Teil der »begeisterten Massen«, die dem »Führer« zujubelten. Dieses Phänomen allein durch »Manipulierung« von jungen Frauen, durch »Demagogie« und »Indoktrination« erklären zu wollen, greift als wissenschaftliche Analyse zu kurz. Solche Erklä-