Bővebb ismertető
Zimmer 230 hat jetzt einen Schreibtisch, im Vorjahr gab es nur einen sogenannten Couchtisch und zwei charakterlose Sessel. Man saß, wie manchmal bei öffentlichen Lesestunden, mit eingezwängtem Zwerchfell und konnte nicht atmen. Das drückt ja aufs Herz, auf die Lunge. Nun sind alle Räume wieder in Jugendstil gebracht - weiße Schleiflackmöbel mit Samt- oder Damastbespannung - die Tischplatte, die meine, mit dunkelbraunem Rippensamt belegt, auch die Vorderseiten der Fächer, in weißen Rähmchen, mit Samt bespannt und mit Goldknöpfen zum Aufziehen versehen. Über der Tischplatte eine Glasscheibe zum Schutze des Samtes, das geht an, ist aber kalt und schlecht für die rheumatischen Arme. Auf dem Tisch, der ein Meter mal fünfzig Zentimeter mißt, steht ein Radio, nimmt Platz, auch das geht noch an, was nicht angeht: der Schreibtisch ist in Wahrheit ein Frisiertisch, ein Schreib-Frisier- oder Frisier-Schreibtisch, und hat einen Aufbau, eine geschwungene, über dem Tisch aufragende Rückwand in schöner Proportion, wie überhaupt alles Möbel, das dreiseitig samtumfangene Bett, Nachtkasten, Stuhl und Sessel, den Originalmöbeln von 1912 nachgebaut und edel ist - aber in die Rückwand des Schreibtisches, in seinen Aufbau, ist ein runder Spiegel eingelassen. Und der geht nicht an.
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