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Der Verkehr um sechs Uhr war dicht und bewegte sich zähflüssig. Es war der schlimmste Teil des Berufsverkehrs, der allabendlich an den Nerven eines jeden zerrte, der mit dem Auto durch das Zentrum von Paris fuhr. Freitag mittag begann der Wochenend-Sturm auf das Land. Seltsam, wie gierig die konservativen Franzosen den englischen Brauch übernommen hatten, der aus einem liebenswürdigeren Zeitalter übriggeblieben war. Damals war der Auszug zu grünen Wiesen und frischer Luft noch in Muße und Ruhe vor sich gegangen. Jetzt trafen die Flüchtlinge aus dem Lärm und Schmutz der Städte erschöpft und entnervt auf dem Land ein.
Es war lange her, daß Anna Campbell-Martin ein Wochenende in Paris verbracht hatte. Am Freitagmorgen war sie mit einem für sie ganz untypischen Gefühl der Unruhe erwacht. Sie war nicht im geringsten launisch, und sie hatte dies in ihrem Leben immer bewiesen. Mit Nicholas hatte sie nicht gestritten. Er hatte sie zum Diner ausgeführt, und sie hatten wie üblich die Nacht in ihrem Appartement verbracht. Er hatte ihr Blumen gekauft, einen großen Strauß süß duftender weißer Narzissen. Als sie erwachten, lag der Duft schwer in der Wohnung. Nicholas war ein sehr hingebungsvoller Liebhaber, der sie immer mit großem Zartgefühl berührte und ihr sagte, wie schön sie sei und wie viel sie ihm bedeute. Es war, als wüßte er genau, wie tief ihre Ehe ihr Selbstvertrauen untergraben hatte. Mehr noch. Sie hatte den Glauben an die Ehrlichkeit eines jeden zerstört, der sagte, er liebe sie. Und