Bővebb ismertető
elch reiche und vielgestaltige, doch zugleich folgerichtige Entwicklung die europáische Maierei in sechs Jahrhunderten erlebte, zeigen die Werke in den Museen der Welt, die immer wieder die Bewunderung der Besucher hervorrufen. Hundert erlesene Gemálde von Meistern, die ihre überragende schöpferische Bedeutung lángst erwiesen habén, wurden aus vielen Museen und Privatsammlungen in den Wiedergaben unseres Bandes vereint; einige der Bilder sind durch die faschistische Aktion Entartete Kunst" verschollen oder durch Kriegseinwirkungen unwiederbringlich verlorengegangen. Die Auswahl macht deutlich, daB die vorausweisenden und entscheidenden Leistungen der Maierei, entsprechend den historischen Vorbedingungen, unter denen sie entstanden, in bestimmten Lándern zu beobachten sind: Zunáchst zeigten sich in Italien, der Geburtsstátte der Renaissance, im frühen 14. Jahrhundert erste Ansátze einer wirklichkeitsnahen, auf den Menschen bezogenen Maierei von plastischer und ráumlicher Überzeugungskraft, entsprechend dem Geist eines neuen, sich allmáhlich aus mittelalterlicher Gebundenheit befreienden PersönlichkeitsbewuBtseins (Giotto). Diese Tendenzen verstárkten sich, bereichert durch das Yorbild der wiederentdeckten antiken Ideale, in der Frührenaissance des 15. Jahrhunderts (Masaccio, Piero della Francesca) bis hin zur Hochrenaissance, deren Meister (Leonardo, Raffael, Tizian, Michelangelo) in symmetrisch-harmonischen, souverán bewáltigten Kompositionen ein Menschenbild von überpersönlicher GröBe gestalteten. Diesseits der Alpen nahm im 15. Jahrhundert eine wirklichkeitsnahe, ldeinteiligere und intimere Maierei von den Niederlanden ihren Ausgang (van Eyck, v. d. Weyden), und in Deutschland erstarkte die Renaissance im Zusammenhang mit der Reformation und dem Humanismus des frühen 16. Jahrhunderts (Dürer, Holbein). Der Manierismus, der wiederum von Italien ausging und wesentlich durch den Geist der Gegenreformation bestimmt wurde, brachte eine flackernde, im