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Am Ursprung der Malerei
«Tintenklecks aufgefaltetem Papier». Mit etwas Phantasie kann man zwei laufende Tiere erkennen.
Alle Menschen träumen, ob sie wollen oder nicht. Auch Tiere träumen. Ohren und Schwanz einer Katze zucken manchmal im Schlaf, und Hunde aulen, knurren oder schnappen in die Luft, als wemi sie rauften. Selbst wenn sie wach sind, haben Tiere «Gesichter», so daß sich das Fell auf dem Rücken einer Katze scheinbar grundlos sträubt, wenn sie in die Dunkelheit starrt. Auch wir bekommen eine Gänsehaut wema wir etwas Schauerliches ahnen.
Hier wirkt die Einbildungskraft. Wir Menschen sind nicht die einzigen Lebewesen, die Phantasievorstellungen haben, aber nur wir vermögen einander davon zu erzählen. Wenn wir miteinander darüber sprechen, machen wir eine Geschichte daraus, und wenn wir einen Bleistift nehmen und sie aufzeichnen, machen wir ein Bild.
Unsere Einbildung kann auf die vielfältigste Weise angeregt werden. Wenn wir zum Beispiel krank und untätig im Bett liegen, kann es passieren, daß ein Sprung in der Zimmerdecke, den wir einige Zeit betrachtet haben, plötzlich die Formen eines Tieres oder eines Baumes amiimmt. Die Kraft unserer Einbildung ergänzt die in Wirklichkeit fehlenden Linien. Auch ein Tintenklecks auf einem zusammengefalteten Papier (Abb. i) kaim uns an die verschiedenartigsten Dinge eriimern, obgleich seine Formen ein Zufallsprodukt sind. Die Psychologen wissen das und verwenden Klecksteste zur Erforschung unserer Denkweise, denn jeder von uns wird, je nach seiner Veranlagung, in ein und denselben Tintenklecks verschiedene Bilder hineinsehen.