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Jan Kaunas stand nackt vor dem Spiegel in seinem Badezimmer und rieb seinen behaarten Körper mit Eau de Cologne ein, wobei er besondere Sorgfalt auf Unterkörper und Schenkel verwendeté. Er beugte sich damit dem/nahezu manischen Sauberkeitsdrang seiner Geliebten: Kedok Wa-Dae, die sich in allén sexuellen Praktiken auskannte, konnte Körpergeruch nicht ausstehen. Die wenigen Stunden in der Woche, die er mit der geschmeidigen, sanften Koreanerin verbrachte, bedeuteten für ihn bei seinen Aufenthalten in Kanada die einzige Entspannung. Er wollte sich dieses Vergnügen um keinen Preis verderben. Montreal, das New York der Armen, wo französische und angelsáchsische Kultur zusammentreffen, war eine seelenlose Stadt geblieben. Der englischsprechende Bevölkerungsteil hatte sich in den feinen Vierteln im Westen niedergelassen, abgesondert von den Frankokanadiern im Osten. Jetzt stand der Winter bevor - das bedeutete vier Monate Schnee und eisigen Wind. Aber Jan Kaunas haderte nicht mit seinem Schicksal. SchlieBlich hatte er an einem noch schlimmeren Ort als Montreal sein können. Er war immer noch nackt, als er Schritte auf der metallenen AuBentreppe hörte, die direkt zu seiner kleinen Wohnung führte. Alle Háuser in der Altstadt von Montreal habén diese eigenartig gewundenen AuBentreppen, die noch aus dem vergangenen Jahrhundert stammen. Jan Kaunas wickelte sich hastig ein Handtuch um die Hüften und fuhr sich mit der Hand durch sein leicht gefárbtes Haar. Gerade als er aus dem Badezimmer ging, unterbrach ein zaghaftes Klingeln die Stille. Er öffnete. In ihren hochhackigen Schuhen war Kedok Wa-Dae viel gröBer als er.. Sie trug einen Regenmantel und hatte einen riesigen Schirm aufgespannt, denn ein heftiger RegenguB, der sich jede Minute in Schneetreiben verwandeln konnte, fegte durch Montreals StraBen. Láchelnd trat die Koreanerin ein. Jan Kaunas nahm ihr den Schirm ab und brachte ihn in die Küche, wáhrend sich die junge Frau den 7