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» so folge mir nach einer Insel, die ich dir nennen werde -einer Insel, wo immer Ruhe herrscht, wo die Männer es nie eilig haben, wo die Frauen nie alt werden, wo nicht einmal Worte verschwendet werden, wo die Sonne sich länger aufhält und sogar der Herr Mond, von der Faulheit angesteckt, langsamer seinen Weg zieht.« Als der katalanische Schriftsteller Santiago Rusinol Anfang des 20. Jh. diese Sätze über Mallorca schrieb, hat er sich wohl kaum vorstellen können, das seine Insel der Ruhe einmal als Insel der Sonne zum Traumziel für Millionen werden würde.
Mallorcas Klima war zunächst der entscheidende Faktor, der die Insel für Urlauber attraktiv machte. Bedingt durch die geographische Lage im Zentrum des westlichen Mittelmeeres herrschen milde Winter und nicht allzu heiße Sommer: Summa summarum scheint hier immerhin 3000 Stunden im Jahr die Sonne. Die Sonne - und die kurzen, bequemen Flugdistanzen - verhalfen Mallorca zu einem touristischen Boom sondergleichen. Sieben Millionen Menschen sind es Jahr für Jahr, sieben
Millionen Urlauber aus Nord- und Mitteleuropa, davon ca. 2, 7 Millionen Deutsche auf der Suche nach Strand und Sonne. Das hat in der Vergangenheit durchaus so manchen Reisenden abgeschreckt. Mallorcas Image stand fest: >Ziel des Massentourismus<, >Putzfraueninsel< - Bilder, die der Insel, wie ihren Besuchern, nicht gerecht werden. Doch inzwischen haben sich die Vorurteile von alleine erledigt. Die Schönheit des Eilands war stärker, die Anziehungskraft der Inselmetropole Palma, die hervorragende Infrastruktur und die Freundlichkeit der Menschen haben ein Übriges getan.
Die Gastfreundschaft der Mal-lorquiner gilt noch immer, auch wenn sich die Einheimischen - angesichts der großen Zahl von Besuchern - immer mehr zurückziehen. Allein ca. 50 000 Deutsche leben ständig auf der Insel, es gibt ca. 180 000 Zweitwohnsitze: In manchen Dörfern sind doppelt so viele ausländische Bewohner wie Mallorquiner gemeldet. Kein Wunder - und kein Problem für die Dörfler aus dem Ausland: Immerhin besteht selbst für Deutsche und Engländer, die vielleicht nicht den Wunsch nach Integrati-