Bővebb ismertető
Unter den Weiden, den grau-grünen Weiden am Kanalufer von Peking, spielten Pao und idi als Kinder unsere wilden Spiele. Wir zankten uns häufig, Pao hänselte midi und zog midi an den Zöpfen, bis ich weinend zu meiner Mutter lief. Aber wir konnten nicht ohne einander sein; wir suchten uns immer wieder auf, und der Streit begann von neuem. Noch heute, in unserem gemeinsamen Leben, prallen unsere verschiedenen Meinungen oft aufeinander und machen unsere Ehe zu einem erregend glücklichen Dasein. Alter chinesischer Sitte gemäß wurden wir, als wir heranwuchsen, getrennt, und ich, als Mädchen, durfte nicht länger durch die Straßen streifen und toben. Ich mußte fein brav hinter den Toren bleiben und das zurückhaltende, bescheidene Benehmen einer Dame erlernen. Und Pao mußte im Alter von zwölf Jahren ernsthaft mit den Studien beginnen, die ihn auf seine künftige Stellung als würdiger Vertreter seiner Familie vorbereiten sollten. Wir durften uns nicht mehr sehen und vergossen rebellische Tränen, verfaßten verzweifelte Gedichte, die wir unter tränennassen Kissen verbargen, schliefen aber tief und fest über unserem Kummer und vergaßen, beinahe ... Paos und mein Elternhaus lagen an derselben kleinen Nebenstraße, die sich gemächlich an einem Kanalufer in der Verbotenen Stadt entlangschlängelte: auf der einen Seite kahle, geheimnisvolle Mauern und überdachte Tore, von grinsenden Steinlöwen flankiert, auf der andern Seite Weiden und Wasser. Paos Haus, das reichste und vornehmste unserer Straße, machte einen gewichtigen Eindruck. Die geöffneten großen Tore gewährten einen Blick über eine Flucht von weiträumigen Höfen, Pavillons mit Säulen und weitausladenden Dächern, deren schwingende Linien sich gegen den Himmel abzeichneten. Säuf