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Der Garten der Edelsteinquellen II. April i8j4 Die Sommerpaläste nahe Peking
Der junge Mandschu-Offizier schlüpfte hinter die karmesinroten Säulen im obersten Geschoß des Turms von Buddhas Wohlgeruch. Er stand auf dem ihm laut Dienstvorschrift der Großen Reinen Dynastie zugewiesenen Posten. Dennoch war er so unruhig und ängstlich, als lauerte er hier in schändlicher Absicht und nicht in Erfüllung seiner Pflicht. Er vergewisserte sich noch einmal, daß die langen Schatten der Säulen, die das azurblaue und goldene Stufendach trugen, ihn verbargen, ehe er im Schein der sinkenden Sonne den Blick über den Kunming-See schweifen ließ.
Die siebzehn Bögen der Brücke zur Insel im Südlichen See spiegelten sich im stillen Wasser täuschend nahe dem Berg des Zehntausend Jahre Währenden Lebens, der höchsten Erhebung im Garten der Edelsteinquellen. Im Osten schimmerten, befremdlich für seine Augen, die weißen Marmorfassaden und zwiebeiförmigen Kuppeln der Paläste im chinesischen Rokokostil, die ein italienischer Jesuiten-Architekt ein Jahrhundert zuvor für den Kaiser Chien Lung gebaut hatte, den vierten und größten Herrscher der Mandschu, seit sie China erobert hatten.
Vorsichtig, fast verstohlen blickte er hinüber zur Halle des Jademeers und zur Halle des frohen, langen Lebens, die sich am Seeufer unter ihre ausladenden Dächer duckten. Als er zwischen den beiden großen Hallen den kleinen Pavillon der Glückverheißenden Dämmerung erkannte, fuhr er zusammen, und fast wider Willen blieb sein Auge auf der Terrasse ruhen.
Obwohl er sicher war, daß er nicht gesehen wurde, lächelte der junge Offizier schuldbewußt. Er gab sich einen Ruck und nahm die Überwachung des ihm zugewiesenen Abschnitts von Yüan Ming Yüan wieder auf, des Parks des Vollkommenen Glanzes, des sich über mehrere hundert Quadratmeilen erstreckenden Lustgartens