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!Eigentlich wollte ich dieses Buch nicht besprechen; ich war j auf Urlaub auf den Bermudas. Nun, da ich es gelesen habe, ist meine Lust geringer als zuvor.
Aber nicht etwa deshalb, weil ich in dem liebenswürdigen Hotel Frascati schreibe, weil ein türkisblauer Meeresarm mich zum Schwimmen und eine Straße zwischen Zedern und Kokospalmen zu einem Spaziergang laden. Meine Unlust gründet sich auf die Befürchtung, daß Dos Passos' „Manhattan Transfer" wirklich ein bedeutendes Buch sein könnte. Und ich bin allmählich dazu gelangt, all die übertriebenen Lobgesänge auf neue Bücher zu hassen; all die täglichen hysterischen Ausbrüche wie: „Diese farbige und ergötzliche Geschichte von Mr. Zuglitz ist der bedeutendste Abenteurerroman seit der ,Schatzinser" oder „Mit dieser packenden und naturwahren Geschichte einer Pelikanfarm in Arkansas beweist Miß Mudd ihr wahres Genie und schenkt der amerikanischen Literatur zum ersten Male die erdnahe und harte Kraft Hamsuns, Dostojewskijs und Flauberts."
Und doch muß ich ebenso unvorsichtig meinen Glauben an Mr. Dos Passos bekennen.
Es ist traurig genug für einen Schriftsteller, einen Zeitgenossen abwürgen zu müssen. Die berufsmäßigen Scharfrichter wie Mr. Canby, Mr. Sherman, Mr. Mencken — sie sind von Amts wegen dazu verpflichtet, alle ästhetischen Verbrecher in die Ewigkeit zu befördern. Wir gelegentlichen Wächter des geistigen Friedens aber sind typische Milizleute. Wir hassen es, literarische Streiks zu unterdrücken und eingevmrzelte Missetäter zu verhaften; wir wollen nur gern paradieren mit Rosen an unseren Musketen, umjubelt von den Mädchen längs der Straße. Und dennoch ist ein zu jeder Gewalt entschlossener Streikdienst nicht weniger gefährlich als das ehrliche Wohlwollen. Alle achtbaren Leute nicken entzückt, wenn man andeutet, daß Soundso ein