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Märchen vom Meister FrostEine Bäuerin hatte eine Stieftochter und eine leibliche Tochter. Die leibliche Tochter konnte tun, was sie wollte, für alles streichelte man sie und sagte: Welch ein artiges Kind!Die Stieftochter hingegen, wie sie sich auch abquälte und wie es ihr auch geriet, niemals machte sie's einem zu Dank: nichts war recht, alles war schlecht; und doch, um die Wahrheit zu sagen, das Mädchen war Gold; in guten Händen würde sie wie Käse in Butter schwimmen, und bei der Stiefmutter badete sie sich täglich in Tränen. Was war zu machen? Der Wind heult und beruhigt sich wieder; gerät aber das zänkische Weib einmal in Zorn, bringt man's nicht so bald zur Ruhe; wird immer was Neues finden und schreien und wettern. Die böse Stiefmutter wollte durchaus die Stieftochter aus dem Hause haben und fuhr den Bauern an: Bringe sie fort, Alter, bringe sie fort, wohin du willst, daß meine Augen sie nicht sehen, daß meine Ohren sie nicht hören, aber bringe sie nicht zu Verwandten in die warme Hütte, treib' sie aufs freie Feld zum schneidenden Frost!