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EINLEITUNG
Es ist dies die Geschichte eines liebenswerten Menschen. Noch in ihren Briefen besticht Maria Theresia den Historiker, dem sie die Bemühung um einen objektiven Standpunkt ihr gegenüber schwermacht. Als Beherrscherin einer der größten Kontinentalmächte des achtzehnten Jahrhunderts gehörte sie zu den bewegenden Kräften ihrer Zeit und ist hier der Kritik am ehesten ausgesetzt. Vor der hebenden Gattin und Mutter hat es eine kritische Haltung viel schwerer. Dazu kommt, daß diese beiden Bereiche einander ständig durchdringen, weil sie sich in der einen, einmaligen Persönlichkeit in wunderlicher Weise vermischen und eins werden. Maria Theresia fühlte sich als Mutter ihrer Soldaten, ihrer Untertanen, als Mitglied der Monarchenfamilie Europas, sie liebte ihre Kinder und war doch bereit, deren Lebensglück für politische Rücksichten, zum Wohle und zur Vermehrung des habsburgischen Reiches aufzuopfern. Das Schicksal ihres Sohnes Joseph hat sie damit in tragischer Weise beeinflußt.
Gattin, Mutter und Herrscherin sind bei Maria Theresia eins geworden. Nur so kann man sie verstehen, in ihren vielen Lichtseiten und auch in den Schatten ihres Bildes. Dazu kommt noch eine tiefe Gläubigkeit, ein grenzenloses Gottvertrauen, das alle ihre politischen Handlungen bestimmt, und sehr feste Vorstellungen von den Normen der Sittlichkeit im mensch-hchen Zusammenleben. Am tiefsten kränkt sie, wenn sie hintergangen wird, anderseits ist ihre Vertragstreue bekannt und ihre Dankbarkeit für erwiesene Wohltaten grenzenlos.
Mit diesen fest eingewurzelten Eigenschaften geht Maria Theresia ihren Weg durch die skrupellose Politik des achtzehnten Jahrhunderts; wie der reine Tor