Bővebb ismertető
Als Folge einer langen Periode von Übungen und Exkursionen in Zwischenbereiche von geträumter und erlebter, vorgefundener und erfahrener, vergangener und gegenwärtiger Realität (nach Mystifikationen und Anspielungen, die sich formal im Stil vieler Zeichnungen niederschlagen) - nach dieser Zeit des Suchens, Findens und Verwerfens reifte in Markus Vallazza die Vorstellung, daß es darauf ankäme, mittels einer möglichst exakten und sich über nichts hinwegschwindelnden, „realistischen", aber von der vorgefundenen Wirklichkeit nicht abhängigen Zeichnung all jenen, von ihm zwar gewogenen, aber zu leicht befunden, „verfremdenden" Manieren zu entkommen, die heute zu dominieren scheinen. Er wollte den Dingen wieder ganz nahe rücken und sie zugleich von diesem Nahblick wieder entfernen, das Allgemeine in ihnen kenntlich machen und dabei jene Komponente herausschälen, die das Auf- und Wahrgenommene ins Parabelhafte steigert; wollte den einen Gedanken dort münden lassen, worin er sich im Verband mit anderen erklärt und festigt.
Die Gelegenheit für diesen „Absprung" (der natürlich nur ein partieller ist, da die Kontinuität seiner Arbeit jedenfalls gewahrt blieb) gab ihm die Begegnung mit der nicht nur in einer bestimmten Zeit, sondern über sie hinaus wirkenden, bipolaren Persönlichkeit, die sich selbst in Liedern und Dichtungen auf die lebendigste Weise artikulierte.
Das ist Oswald von Wolkenstein (1377-1445), zu dem er rasch ein verwandtschaftliches Nahverhältnis gewann, nachdem er damit begonnen hatte, seinen Spuren zu folgen und in ihnen seine eigenen wiederzuerkennen. Was Markus von nun an dachte und womit er sich auseinandersetzte, war stets auf diese oder jene Weise von der Gegenwart des Wolkensteiners bestimmt. Seine Landschafts- und Figurenstudien, die zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem angesiedelten Szenen (wobei ihm gelegentlich große Kollegen über die Schulter sehen, von denen er sich aber ebenso wenig auffressen läßt, wie er sie kopiert); sein allmähliches Eindringen in Geisteswelten zwischen Mythos und Wirklichkeit war (oft auf kaum merkbare Weise) von der Beschäftigung mit der Zwiespältigkeit eines Menschen getragen, dem wie Markus vieles neu und mitunter auch erschreckend erschien und der die Schwierigkeit erfahren hatte, sich in einer ihrer Statik beraubten Welt zurechtzufinden.
Aus diesem Grund und aus einer geistigen, sich über das jeweilige Thema legenden Auseinandersetzung heraus ist alles, was Markus in den letzten beiden Jahren schuf, auf eine bestimmte Weise von der Gegenwart des Wolkensteiners geprägt. Es bereitete als Fazit der damit verbundenen Revision seines künstlerischen Denkens und Handelns einen Radierzyklus vor, der dann innerhalb von nur drei Monaten eben aus dem Reservoir heraus entstehen konnte, das sich der Künsder zuvor geschaffen hat. Die Kontinuität des Vorgangs hat ihren Ausgangspunkt in der Beschäftigung mit der Sagenwelt der Dolomiten, insbesondere mit der Figur des Man de fyer, der mythischen Figur eines Sängers, die mit Oswald von Wolkenstein in Verbindung gebracht worden war. Man de fyer (Eisenhand) waren die Hände verzaubert worden, um sie stark zu machen für den Umgang mit Waffen. Er lernte in den Bergen die Sängerin Antermöya kennen, die den Zauber brach, danach aber für immer verschwand. Dieses Paar - Man de fyer und Antermöya - bildet den eigentlichen Ausgangspunkt für die Beschäftigung