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Áhnlich wie Maxim Gorki ist auch der dánische Dichter Martin Andersen Nexö ganz aus der Tiefe des menschlichen Daseins zu grö(3tem Ruhm emporgestiegen, ist er als schreibender Arbeiter" in die Weltliteratur eingegangen. In seinen Erinnerungen" hat er seine Herkunft unverblümt dargesteilt: daB bei seiner Geburt für die sechsköpfige Proletarierfamilie nur ein einziges Bett vorhanden war und die Geschwister des unwiilkommenen Neugeborenen auf Stühlen schliefen - bis zwei von ihnen es vorzogen, auf den Friedhof überzusiedeln". Die Wohnung der Familie Andersen, in welcher der kleine Martin am 26. Juni 1869 zur Welt kam - als viertes von elf Kindern, denen die Mutter meist nur ein kurzes Leben zu schenken vermochte -, befand sich in einem der ármsten Arbeiterviertel Kopenhagens, hoch oben unter dem Dach eines Hinterhauses in engster Nachbarschaft von Ratten und Máusen. ,,Deutlicher erinnere ich mich an eine ungeheuere Brandmauer, von der Mutter das Merkwürdige sagte, daB sie die Sonne stehle. Es war mir eine groBe Erleichterung, daB sie die Sonne nicht behielt; am Morgen tauchte die gestohlene Sonne an der anderen Seite wieder auf. Die Feuchtigkeit hatte groBe, phantastische Welten auf die Mauer gezeichnet, und über diese Welten wanderten seltsame winzige Ungeheuer mit Panzern auf dem Rücken und einer Unzahl von Beinen - Mauerassein und TausendfüBler. Ich meinte, ich müBte sie von der Dachrinne aus fangen können, weiter war die Brandmauer nicht weg. Über ihr hatte ich die máchtige, vergoldete Kugel der Frelserkirke hoch, hoch oben in der Luft. In der Dachrinne selbst gab es Erde mit Grasbüscheln und waren Vögel emsig bescháftigt; und eines schönen Tages schoB vor den staunenden Augen des Kindes eine rote Blume auf. So leicht und biliig kommen nur die Allerármsten ins Grüne." Dieser Mietskaserne entkamen sie, als am Stadtrand vom Árzteverein gesunde Wohnungen für die Armen" errichtet wurden, die lediglich den Vorzug hatten, nicht im engen Gebiet der