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Lebensworte Leben - wer wollte das nicht? Leben - wirklich leben! Die Lebenshungrigen sind ein Hinweis darauf; die Lebensmüden kein Gegenbeweis, eher umgekehrt: sie habén das richtige Leben nicht entdeckt, der Sinn ihres Lebens blieb ihnen verschlossen. Hoffentlich habén sie noch nicht aufgegeben zu suchen. Denn es lohnt sich zu leben. ;0y Lebensmittel sind uns vertraut. Wir brauchen sie, um uns zu ernáhren. Es sind Mittel zum Leben, wie im weiteren Sinn unsere Arbeit und unser Beruf, unsere Gesundheit und unser Geld - und was uns noch dazu einfallen mag. Wie wichtig solche Lebens-mittel sind, geht uns oft erst dann richtig auf, wenn wir sie nicht in dem MaBe habén, wie wir es wünschen. Ja, sie sind schon Mittel zum Zweck, zum Zweck des Lebens. Gott will das Leben. Er hat es geschenkt. Martin Luther sagt das im Kleinen Katechismus so: Ich glaube, daB mich Gott geschaffen hat samt allén Kreaturen ... In einer Zeit, in der wir Menschen es fertig bringen, unsere eigene Lebenswelt heftig zu gefahrden, ist es gut, immer wieder daran erinnert zu werden: Gott will das Leben. Dann können wir auch nicht so tun, als wáren wir die letzte Generation. Gott hat uns zu Treuhandern seiner Schöpfung gemacht. Unsere Kinder und Kindeskinder habén ein Recht auf Leben, solange nach Gottes Willen diese Erde besteht. Er hat soviel Vertrauen in uns Menschen gesetzt, daB er uns Leben anvertraut. Es geht darum zuerst und zuletzt gar nicht um mein eigenes kleines Leben, so wichtig das vor Gott ist; es geht immer zugleich um das Leben meiner Mitmenschen, meiner Mitgeschöpfe, meiner Umwelt. Der gröBere Zusammenhang ist wichtig. In ihm hat dann auch mein Leben den Platz, der ihm zukommt: Von Gott geliebt, für andere dazusein. Das ist ein groBes Wort. Aber es ist keine Übertreibung: Von Gott geliebt, für andere dazusein" , ist so etwas wie ein Extrakt aus dem Wort, das uns in der Bibel gegeben ist. Lebensworte hat Martin Luther diese gute Botschaft genannt; alsó nicht Leseworte,sondern Lebensworte, die zum Leben und Tun geschrieben sind. Der Reformátor hatte mit diesen Lebensworten ungemein positive Erfahrungen gemacht. Nachdem er sich zunachst über Jahre hinweg vergeblich abgemüht hatte, es in seinem Glauben und Leben Gott recht zu machen, ging ihm plötzlich beim Studium des Römerbriefes auf, daB Gott selbst es ist, der uns seine Gerechtigkeit schenkt: Der Gerechte wird aus Glauben le-