Bővebb ismertető
VORWORT
Zwei Gründe bewegen mich, dem Leser bereits veröffentlichte Essays in Buchform in die Hand zu geben: die Essays waren von vornherein als ein Ganzes gedacht und sind nur innerhalb dieses Ganzen verständlich. Durch die aufeinanderfolgende Publikation in Zeitschriften wurde der Zusammenhang zerstört, zumindest aber wurde es dem Leser erschwert, ihn zu erfassen.
Die zwei Teile der vorliegenden Veröffentlichung bildeten zwei Zyklen von Artikeln mit deutlicher Absicht und Ziel.
Im ersten, »Marxismus und Existentialismus«, versuche ich zu zeigen, warum der Marxismus existentialistische Lösungen der Problematik des Menschen ablehnen muß, nicht aber die Problematik selbst. Im Gegenteil, diese Problematik ist auch praktisch wichtig, wie unsere eigenen Erfahrungen der letzten Jahre in Polen bewiesen haben. Die Tatsache, daß sich mit dieser Problematik eine Philosophie befaßt, die wir ablehnen, kompromittiert die Problematik selbst nicht. Dies kompromittiert übrigens auch von einer fremden Philosophie etwa vorgebrachte Teillösungen nicht, wenn diese Lösungen wirkliche Lösungen sind. Das bezieht sich insbesondere auf die wichtigste Entdeckung des Existentialismus, den Konfliktcharakter moralischer Situationen, eine Entdeckung, die der Konzeption der absoluten Moral und dem damit verbundenen verflachten Moralisieren einen tödlichen Stoß versetzte — auch im Bereich des Verhältnisses zwischen Politik und Moral.
Der zweite Teil, »Die Philosophie des Menschen«, ist eine Konsequenz des im ersten Teil eingenommenen Standpunktes. Wenn wir die Lösungen der existentialistischen Philosophie ablehnen, nicht aber ihre Problematik, wenn wir, im Gegenteil, behaupten, daß diese Problematik nicht nur im Rahmen des Marxismus Platz findet, sondern an seinem Anfang stand, dann müssen wir andere, unsere Lösungen dieser Problematik geben. Sonst drohen uns Kompromittierung und Niederlage, denn wir würden uns gegenüber einer als wichtig anerkannten Problematik für wehrlos erklären.