Bővebb ismertető
GRÜNEWALD Dieser groBe Deutsche wird als Grünewald weiterieben, auch wenn wir neuerdings wissen, daB er Mathis Gothardt-Neithardt hieB. Eine leicht zerrende, ja gleichsam verzerrende Handschrift beherrscht seine Darstellung von Menschen und Dingen. In den Gewandfalten zeigt es sich besonders eindringlich und in dem Ausdruck seiner Köpfe. Wer wollte es übersehen! Diese Eigenart hat ihn in den Jahren 1917 bis 1924 zu einem Modehelden des Expressionismus gemacht. Damals war der Isenheimer Altar vor der Kriegsgefahr nach München geflüchtet und wirkte weithin als Offenbarung. GewiB herrscht bei Grünewald das Unschöne, das Bizarre und Streng-Herbe vor. Es entsteht gerade dadurch im BewuBtsein des Betrachters, daB Grünewald nicht elegant, gewandt, geschmeidig und hübsch und auch nicht einmal ausgewogen und ausgeglichen sein kann, sondern das ungelenke, fast báurische, tölpischtáppische Wesen überbetont. Es ist eine unbekümmerte Sicherheit in ihm, mit der er seine strenge Eigenheit und seinen eigensinnigen Eigenwillen durchführt. Er ist dadurch im höchsten MaBe zum Maler des Duldens, des Leidens und der Erschütterung vorherbestimmt. Die Schattenseiten der Religion hat Grünewald unvergefilich einprágsam dargestellt, die gráBliche Welt der Teufels-Ungeheuer ebenso wie die übermáBige Qual des Erlösers. Aber darüber hinaus geht auf der anderen Seite der Seelenregungen die Tiefe, mit der er den stummen Schmerz der Mutter Gottes und der klagenden Frauen auszudrücken weiB. Letztlich aber muB daneben die erschütternde Innigkeit genannt werden, mit der es ihm gelingt, Mutter und Kind und die Verkündigung an die Jungfrau auf eine zarte und empfindende und fast moderne Weise darzustellen. Für die Wiedergabe in diesem Buch, das zu vielen sprechen will, sind besonders einprágsam die Handzeichnungen Grünewalds. Sie lassen uns dem Meister bei der Arbeit über die Schulter blicken. Sie verraten