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ZUM GELEIT
Meditationen über das Johannes-Evangelium anzustellen, ist lockend und erschreckend zugleich. Denn die johan-neischen Schriften sind von einer Tiefe, die sich nicht ausloten, geschweige denn ausschöpfen läßt. Man kann nicht davon schweigen und kann doch nicht befriedigend davon reden. Man muß darüber sprechen und kann es doch nicht. Man möchte schweigen und darf nicht, man möchte schreiben und kann nicht. Das ist die Zwangslage, in der man sich befindet, wenn man in den Bann dieses Evangeliums gerät. Aber das Wort Gottes soll nun einmal durch Menschen verkündet werden. Moses, der am brennenden Dornbusch Gottes Ruf und Sendung vernimmt, stellt an Gott die nur allzu berechtigte Frage: Wer bin ich und wer bist du? Und selbst nach der Antwort will er ausweichen und bittet dringend: Suche einen andern. Jeremias, der im Auftrag Gottes zu den Menschen sprechen soll, antwortet stotternd: «Ich bin zu jung und ich kann nicht reden. »Jonas besteigt ein Schiff, um dem göttlichen Auftrag zu entfliehen. Ist die Verkündigung etwa leichter geworden, seitdem das Gotteswort in Menschengestalt unter uns gewandelt ist und zu uns gesprochen hat? Im Gegenteil. Seitdem wissen wir, wie man eigentlich von Gott reden müßte, und erfahren schmerzend, daß wir so zu reden nicht imstande sind. Soll man verstummen und die Feder beiseite legen ? Nein. Denn wir haben ganz einfach den Auftrag: «Verkündet die frohe Botschaft!» Gott ist Mensch geworden und der mensch gewordene Gott bedient sich der Menschen, um Menschen zu Gott zu führen. Das Menschliche mit all seiner Schwäche ist durch die Menschwerdung in Christus in besonderer Weise in den
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