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Zum Geleit
Edith Heisdikel-Artelt und Walter Artelt feiern 1971, am 13. Februar und am 23. Juli, den 65. Geburtstag. Das gemeinsame Forscherdasein hat auch hierin seine Gemeinsamkeit. An einem Maitag des Jahres 1927 trafen sich ihre Lebenswege in Freiburg im Breisgau, als der Doktorand Paul Diepgens, Walter Artelt, der Studentin Edith Heischkel im Gebäude der Universität bei der Suche nach dem medizinhistorischen Seminar zu Hilfe kam.
Berlin wurde für sie eine entscheidende Wegstation; Berlin, die lebensvolle Stadt, die Universität Humboldts, das Institut Paul Diepgens mit seinen idealen Arbeitsmöglichkeiten. Hier ergänzten und erweiterten sie die vielseitigen Freiburger Studien - Walter Artelt neigte dort vor allem der Vor- und Frühgeschichte zu - und widmeten sich neben der Medizingeschichte der Pharmakologie, der Allgemeinen Geschichte und Zeitungswissenschaft, der Kunstgeschichte und etlichem anderen. Edith Heischkel und Walter Artelt gehören zu den Wissenschaftshistorikern, die in Medizin und Geisteswissenschaften zugleich systematisch durchgebildet wurden, die Maßstäbe setzten für diejenigen, die nach ihnen der Medizingeschichte zustrebten.
1938 erhielt Walter Artelt einen Ruf nach Frankfurt am Main. Er schuf dort das Senckenbergische Institut für Geschichte der Medizin. 1946 kam Edith Heischkel in das benachbarte Mainz. Paul Diepgen, in Berlin emeritiert, von den Franzosen an die neugegründete Johannes Gutenberg-Universität gebracht, wurde 1947 ständiger Gastprofessor. Sie bauten Institute auf, die heute zu den größten und angesehensten ihrer Art gehören.
Das Lebenswerk der drei Gelehrten trägt mancherlei gemeinsame Züge. Man zögert indes, von einer Diepgensdiule zu sprechen, weil die Individualitäten der drei Partner sich in besonderer Weise selbständig nebeneinander ausbildeten, weil jeder dem anderen dazu Freiheit und Unabhängigkeit schenkte. Dennoch läßt sich das Gemeinsame unschwer entdecken. »Medizin und Kultur«, der Titel, den die Aufsatzsammlung Paul Diepgens zu seinem 60. Geburtstag 1938 erhielt, kann auch über das Werk Edith Heischkels und Walter Artelts geschrieben werden. Ihre Arbeit hat viele Facetten und Nuancen, jenes Monogramm aber bleibt das ausdruckskräftige Zeichen.
Der Kalender allein vermerkt 65 Lebensjahre. Die ergebnisreichen Arbeiten und die großen Projekte beider Jubilare demonstrieren ihre Schaffenskraft und die unverminderte Arbeitsfreude.
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