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VORWORT
Die große Verbreitung der Pilzkrankheiten sowie deren erhöhte pathologische und klinische Bedeutung erklären zur Genüge, daß sich in den letzten Jahrzehnten ein stets wachsendes Interesse für Fragen der medizinischen Mykologie kundtat. Während um die Mitte und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts außer dem einschlägigen Werk Ch. Robins [1853] nur sehr spärlich mykologische Abhandlungen herausgekommen waren — unter denen die bahnbrechenden Arbeiten Schön-leins und Remaks, die Forschungen Grubys, die Mitteilungen Malmstbins, Zenkers und viechows über die PUzkrankheiten der inneren Organe sowie das russische Werk Webjusskis über die Morphologie und Biologie der pathogenen Pilze und die Monographien Plauts über die pathogenen Hefepüze die wichtigsten sind —, erschienen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bereits unvergleichlich mehr mykologische Werke und Mitteilungen. Unter diesen sind vor allem die grundlegenden Arbeiten Saboubafds sowie der 11. Band des jADASSOHNschen Handbuchs der Haut- und Geschlechtskrankheiten zu nennen, das die Resultate der mykologischen Forschungen bis 1928 zusammenfaßt. Es enthält u. a. auch die Forschungsergebnisse Blochs und seiner Schüler, die auf dem Gebiet der experimentellen Mykopathologie bzw. der Immunbiologie der mykotischen Prozesse auch heute noch von Wichtigkeit sind, ferner das Werk A. Saetoeys über die Parasitenpüze. Unter den Monographien der letzten Jahrzehnte sei u. a. die vorzügliche Mykologie Langeeons [1945] erwähnt; ihre Neuausgabe erschien 1952 in der Bearbeitung Vanbbeuseghems, der auch einen selbständigen Teil (Mycologie médicale) hinzufügte. Hierher gehören die zwei wertvollen Ergänzungsbände zum »Handbuch« (herausgegeben von Maechionini und Götz), die die Ergebnisse der mykologischen Forschung bis 1962 bzw. 1963 zusammenfassen sowie eine Reihe hervorragender sowjetischer Werke aus der Feder von A. N. Arawisski, A. M. Arijewitsch, P. N. Kaschkin, L. N. Maschkilleisson u. a. m. und die bedeutenden amerikanischen Arbeiten von C. W. Emmons, G. M. Lewis und M. E. Hoppee, von N. F. Conant, D. S. Maetin, D. T. Smith und Mitarbeitern, um nur einige herauszugreifen.
Außer der bahnbrechenden Tätigkeit des ungarischen Gelehrten David Gefby, der im 19. Jahrhundert in Paris lebte und wirkte, hat die mykologische Forschung, deren Organisation schon L. Nékâm sen. an seiner Budapester Klinik in Angriff nahm [1918/19], auch in Ungarn ihre beachtlichen Traditionen. Diese Forschungen sind insbesondere an die Namen E. Neubers, I. Ballagis, E. Rajkas, K. Bbedes, u. a. m. geknüpft. 1929 erschien die erste ungarische Mykologie, die »Dermatologische Mykologie« Ballagis.
Grundlage des vorliegenden Werkes bildet die ungarisch abgefaßte »Medizinische Mykologie« aus dem Jahre 1957, die nun umgearbeitet und vielfach erweitert ungefähr gleichzeitig deutsch und russisch herauskommt. Die Autoren besprechen neben