Bővebb ismertető
Nutzen durch Benutzen Eine Art Gebrauchsanleitung In einem Márchen wird ein TausendfüBler gefragt, wie er beim Gehen seine Fül3e setze. Der TausendfüBler dachte nach und verlernte das Gehen. Wenn nun jemand wie Sie sich darauf einláBt, über seine Mutter - sprache nachzudenken - ob der nicht auch das flüssige, unbefangene Sprechen verlernt? Eine ernst zu nehmende Frage. Es wird nicht ausbleiben, daB Sie in diesem Buch auf Wörter und Fügungen stoBen, die Sie bisher nicht ganz richtig gebraucht habén. Vielleicht habén Sie früher am Monatsende Ihren Gehalt" in Empfang genommen und erfahren nun, daB der Gehalt etwas anderes ist als das Gehalt. Sie nehmen sich vor, sich den Unterschied zu merken. Das gelingt Ihnen auch - für ein paar Tage. Am Mittwoch, dem 29., treffen Sie in der Kantine Ihren Kollegen aus der Buchhaltung. Sie fragen ihn: Überweist uns Ihr Computer noch diese Woche oder erst Montag ..." Ja, was? - unsern Gehalt oder unser Gehalt! Sie überlegen, kommen ins Stocken, beginnen den Satz neu: Wird uns noch diese Woche oder erst Montag ..." Wieder das gleiche, wieder wissen Sie nicht, ob nun der oder das Gehalt überwiesen werden soll. Erst beim dritten Anlauf wird's ein ganzer Satz: Überweisen Sie uns noch diese Woche oder erst Montag - unser Geld?" Sie árgern sich: Früher bin ich niemals über so eine Lappalie gestolpert, da habe ich geredet, frisch und frei von der Leber weg, gerade so, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Inzwischen habe ich mir ein Sprachbuch angeschafft, um noch was dazuzulernen. 57 Seiten daraus habe ich schon gelesen - aber was muB ich feststellen? Unsicher bin ich geworden. Ich weiB nur noch, daB ich früher manches falsch gemacht habe, aber wie's richtig heiBen muB, das habe ich wieder vergessen. Jetzt kann ich nicht mai mehr mit unserm Buchhalter sprechen, ohne ins Stottern zu kommen." Falls es Ihnen tatsáchlich so oder áhnlich gehen sollte, was dann? Sie habén zwei Möglichkeiten. Sie können tüchtig auf dieses Buch schimpfen, Sie können es in die hinterste Ecke Ihres Bücherschranks stellen und drei heilige Eide schwören, niemals mehr etwas für Ihre Fortbildung zu tun und schon gar nicht für Ihre Sprache, die Ihnen früher wie geschmiert über die Zunge ging. Sie können sich aber auch sagen: Schlage ich das Buch wirklich nicht mehr auf, dann ist es für mich nutzlos; denn der Wert eines Buches liegt ja nicht in dem, was an klugem Schnickschnack darin gedruckt sein mag - der Wert liegt für mich einzig und alléin in dem, was ich für mich aus dem Buch heraushole." Um aus einem Buch Nutzen herauszuholen, muB man es lesen. Dazu muB man lesen können. Und lesen können heiBt nicht, bloB mit den Augen über die Buchstaben wischen und am Ende einer Seite nicht mehr recht wissen, was oben stand.