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VORWORT
Noch immer passiert es mir ziemlich oft, daß ich das Buch Mein letzter Seufaer ganz zufälHg aufschlage und einige Seiten daraus lese. Und sofort habe ich das Gefühl, daß Bunuel neben mir sitzt, daß wir beisammen sind, daß ich seine Stimme höre, daß er zu mir spricht.
Denn das Buch ähnelt ihm. Da sind sich alle, die ihn kannten, einig. Es geht hier viel eher um ein Porträt als um Erinnerungen. Entstanden ist das Buch auf der Grundlage von neunzehn Jahren engster Zusammenarbeit. Während jener Zeit — beim Schreiben von neun Drehbüchern in »zweisamer Einsamkeit«, auf zahlreichen Reisen, im Verlauf von mehr als zweitausend Mahlzeiten, bei denen wir uns gegenübersaßen - nahm Luis die Gelegenheit wahr, mir sein Leben zu erzählen und mich in tausend Dinge einzuweihen. Abends, allein in meinem Zimmer, machte ich mir Notizen.
1981, als deutlich wurde, daß er nicht mehr die Kraft besitzen würde, das letzte Drehbuch, das wir soeben beendet hatten, in einen Film umzusetzen, schlug ich ihm vor, dieses Buch zu schreiben. Er lehnte zunächst ab - mit der Begründung, heute würde ja jeder Kammerdiener seine Memoiren verfassen.
Um ihn zu überzeugen und weil ich wußte, daß ihn der Müßiggang in seinem Haus in Mexiko langweilte, fuhr ich unter einem Vorwand hin und fing an zu schreiben, indem ich mich seiner Notizen bediente. Indem ich mir Mühe gab, seine Sprache und sogar den Rhythmus seiner Sätze zu treffen, schrieb ich kurzerhand selbst von vorne bis hinten eines der Kapitel des Buches nieder, und zwar jenes, das den Titel »Irdische Vergnügen« trägt - Vergnügen, die ich oft mit ihm geteilt hatte. Ich schrieb es in der ersten Person und nahm mir heraus zu sagen: »Ich, Bunuel «