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Prolog
Alles findet ein Ende. Selbst eine Beamtenkarriere, auch wenn sie Jahrzehnte währt und sich wie eine endlose Straße im Horizont zu verlieren scheint.
Am Donnerstag, dem 30. Dezember 1999, war für mich die Zeit für das letzte Adieu gekommen. Bevor ich in den Lift vor meinem Büro stieg, wandte ich mich noch einmal um, zu meiner Sekretärin, die in der Tür stand, die Hand winkend zum Gruß erhoben.
In den vergangenen Tagen und Wochen hatte ich hohe Auszeichnungen des Bundes und der Stadt Wien erhalten, war in den verschiedensten Gremien feierlich verabschiedet worden. Zeitungen hatten überwiegend freundliche Bilanz-Interviews gebracht und Innenminister Karl Schlögl als Höhepunkt einen strahlenden Empfang im Palais Pallavicini gegeben.
Auch bei dieser Gelegenheit hatte ich mich nicht zurückhalten können und zum Gaudium mancher Teilnehmer Schlögl als „Lichtgestalt nach einer Zeit der Finsternis" bezeichnet, was natürlich alle auf die Ära Caspar Einems münzten.
Nahezu neun Jahre hatte ich im neuen Haus des Innenministeriums am Wiener Minoritenplatz gearbeitet und die Veranrwortung für die Sicherheit in unserem Land getragen. Ich war der Mann, der wie die Figur eines Wetterhäuschens meist dann in der Öffendichkeit erschienen war und Erklärungen abgegeben hatte, wenn es mediales Schlagwetter um dieses Ministerium gab. Bei blankem Himmel aber war stets der jeweilige Minister als Strahlemann ins Bild gekommen. Einen Teil meiner Bezüge könnte man aus dieser Sicht wohl auch als Schmerzensgeld betrachten.
Nun stand ich unmittelbar vor dem „Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit a. D." Nach fast 41 Jahren im Polizeidienst. Beim Abschied kann man da schon etwas sentimental werden, sagte ich zu mir, als ich aus dem Haus ging.
Allerdings war ich auch ein wenig edeichtert, weil in rund 30 Stunden die Last der Verantwortung von mir genommen würde und ich letztlich sagen konnte: „Gut is gangen, nix is gschehn." Immer hatte es ja in