Bővebb ismertető
Aus meinem Elternhaus, dem >eigenen Haus<, konnten, nachdem es (1943) von mehreren Phosphorbomben getroffen wurde und abbrannte, nur wenige Möbelstücke gerettet werden. Unter diesen befand sich das Sofa, das im Studierzimmer meines Vaters gestanden hatte, damals noch mit graublauem Leinenbezug; es ging dann, nach dem Tod meiner Mutter, in meinen Besitz über; ich ließ es schwarz beziehen. Mein Vater las und schrieb, liegend, auf diesem Sofa. Ich nenne es >das Meditiersofa<, man kann darauflesen, schreiben, nachdenken, nur ausruhen kann man sich darauf nicht.
Wenn es beim Schreiben eine Moral für mich gibt, dann ist es die, glaubwürdig zu sein; nichts zu schreiben, was ich nicht bereit wäre, auch zu leben. Man darf mich beim Wort nehmen.
>Dieses Dorf ist mein Nährboden, dort ist mir Urvertrauen zugewachsen, das nur ein anderes Wort ist für Gottvertrauen.< Mit diesem Satz endet die Lebensgeschichte meines Vaters, die ich vor einigen Jahren geschrieben habe; er war Pfarrer in einem waldeckschen Dorf, in dem schon sein Vater Lehrer gewesen war.
Der Satz gilt weiterhin. Ich wohne heute fünfzig Kilometer von jenem Dorf entfernt. Hin und wieder-zeige ich mein Geburtshaus vor, es ist mehr als 200 Jahre alt; daneben die Kirche; der Pfarrgarten mit Lauben und Grotten; der Bach, an dem ich gespielt habe. Dort habe ich laufen und sprechen und schreiben gelernt: das Wichtigste.
Man wurde zu Hause geboren, wurde zu Hause gepflegt, wenn man krank war; man starb zu Hause, die Nachbarn trugen die Toten zu Grabe. Ich sprach Plattdeutsch in den
7