Bővebb ismertető
Einleitung
Was ist zwischen 1990 und 2010 in Ungarn geschehen? Wie und warum wurde das Land, das in den siebziger und achtziger Jahren als Bahnbrecher unter den Reformern der kommunistischen Welt, als Schrittmacher des Wirtschaftsumbaues und als Hort der kleinen Freiheiten betrachtet worden war, zum kranken Mann Mitteleuropas? Wie und warum wurde Ungarn zum wirtschaftlichen Krisenherd und zugleich zum Hoffnungsträger einer starken rechtsradikalen Partei?
Manche fragen sich, ob es sich bei der verblüffenden Wandlung des Ungarnbildes im Ausland bloß um das Ergebnis von Schnellschüssen der launischen und oberflächlichen Medien handelt. Werden die Mordanschläge auf die Roma, die fremdenfeindlichen und antisemitischen Töne in einem Teil der Print- und elektronischen Medien sowie die Huldigung der umstrittenen Politiker und Ideologen aus einer unseligen Zeit von linksliberalen Journalisten im In- und Ausland, bewusst oder aus Ignoranz, maßlos aufgebauscht?
Was sind die Gründe für die immer wieder aufflammenden Spannungen und Kontroversen mit der Slowakei, Rumänien und Serbien über die Minderheitenrechte der fast zweieinhalb Millionen Ungarn in diesen Staaten? Werden die Konflikte ausschließlich von den slowakischen, rumänischen oder serbischen Nationalisten vom Zaun gebrochen oder bestehen auch berechtigte internationale Bedenken wegen des Vormarsches von radikalen Nationalisten in Ungarn?
Für ausländische Historiker und Beobachter war und ist der Widerspruch zwischen genialen individuellen Leistungen und dem wiederholten kollektiven Scheitern der Nation einer der fas-