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In seinen französisch geschriebenen, 1787 erschienenen Memoiren läßt Goidoni, der Reformer der Commedia dell'arte und Italiens bedeutendster Komödiendichter, als Achtzigjähriger in Paris lebend, sein ereignisreiches Leben Revue passieren. Diese lebendige Schilderung seiner Zeit und seines Theaters ist sozusagen Goldonis schönste und letzte Komödie, in der er selbst als Hauptakteur auftritt. Im ersten Teil beschreibt er die Kindheit und die von der Theaterleidenschaft geprägte Studienzeit. Er erinnert sich an seine frühen dramatischen Versuche, deren Sujets den Einblick verraten, den der junge Advokat in komische wie tragische Alltagssituationen nehmen konnte. Der zweite Teil ist der Schilderung seiner Theaterreform und seiner Werke gewidmet: Goidoni erlöst die italienische Komödie aus ihrer starren Bindung an ein festes Repertoire komödiantischer Versa tz-stücke wie Witze oder Serenaden, indem er ihr - nach dem Vorbild Mölieres - eine eigene poetische Sprache gibt, Wahrheit, Natürlichkeit und realistische Charakterzeichnung im volkstümlichen Milieu vor das Agieren von Masken stellt. In seinen Komödien kristallisieren sich die verschiedenen Strömungen des Umbruchs, der • Aufklärung im Venedig des 18. Jahrhunderts, in ebenso neuer wie unterhaltsamer Weise. Seine "Helden" sind abgewirtschaftete Adlige, Gondolieri, Kaffeehauswirte und Krämerinnen, Kaufleute und Spitzenklöpplerinnen, Ärzte, Advokaten - Repräsentanten des Volkes und des aufsteigenden Bürgertums.