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VORWORT
Jehan Sadat hat dieses Buch in der Erinnerung an ihren am 6. Oktober 1981 ermordeten Ehemann Anwar Sadat geschrieben. Sie hat es dem Frieden zwischen Muslimen, Christen und Juden gewidmet, für den der ägyptische Staatspräsident Sadat aus tiefer moralischer Überzeugung und mit großem Mut eingetreten ist - und für den sie selbst seither in drei Jahrzehnten gewirkt hat.
Weil ich Anwar Sadats grundlegende Gedanken als maßgebend fur das ganze 21. Jahrhundert ansehe, will ich in diesem Vorwort schildern, was ich von ihm gelernt habe. Wir sind uns sechs oder sieben Mal begegnet. Aus diesen Begegnungen erwuchs eine Freundschaft. Sadat war nicht einfach ein arabischer Muslim - das war er auch. Aber zugleich verkörperte er in seiner Person ein umfangreiches Wissen über die Geschichte seines Volkes und seiner Religion. Er war ein gebüdeter und außerordentlich belesener Mann.
Wir waren bereits befreundet, als ich 1977 einen offiziellen Besuch in Ägypten machte. Als wäre es gestern gewesen, so gut erinnere ich mich an unsere gemeinsame Fahrt den Nü aufwärts nach Assuan. Es war eine sternenklare Nacht, wir saßen auf dem Oberdeck. Und während wir die Sterne am Himmel betrachteten, erklärte Sadat mir die gemeinsame Herkunft der drei großen monotheistischen Religionen. Er sprach von Noah, von Abraham und seinen beiden Söhnen Isaak und Ismael, von Moses und den jüdischen Propheten des Alten Testaments - ich hatte bis dahin nicht gewusst, dass sie fast alle auch im Koran vorkommen. So lernte ich, dass Jesus auch im Koran von Gott auf die Erde gesandt worden ist. Sadat erklärte mir, dass der Koran Christen und Juden als »Völker der Schrift« mit Hochachtung behandelt und unter Schutz