Bővebb ismertető
die alte kunsttradition der böhmischen LÁNDER, deren ÁuBerungen in ununterbrochener Folge seit dem frühen Mittelalter erhalten geblieben sind, wurde wie in jeder Kultur auch hier von einem gesteigerten Interesse für die Kunst anderer Völker und Lánder begleitet. Im Mittelalter machte sich dieses gesteigerte Interesse vor allém am Herrscherhof bemerkbar, von wo es dann auf die Adelssitze übergriff. Aber auch die Klöster stellten wichtige Zentren dar. Heute jedoch finden wir bloB noch Spuren dieses altén Kulturlebens. Kriegskatastrophen, wirtschaftliche imd politische Umwalzungen habén gröBtenteils die frühen Kulturzentren hinweggefegt, imd wir können unsere Vorstellungen von ihnen oft nur an Hand von unbedeutenden Resten und erhaltenen schriftlichen Berichten rekonI struieren. Auch die Strömungen einer neuen Zeit und neuen Lebens überdeckten oft die altén Kulturschichten und setzten sich siegreich durch. Aber gerade durch das Eindringen neuer Impulse in áltere Kulturschichten entstehen in jedem Land neue Kunstschátze und ein neuer Kulturreichtum. Wáhrend der Renaissance trat eine weitere Erscheinung zutage, die sich im Leben sowohl des Einzelnen als auch in dem ganzer Gesellschaftsklassen als wichtiger kulturfördernder Faktor erwies, námlich das Sammlerwesen, das bewuBt die Produkte kulturellen und künstlerischen Schaffens in Kollektionen vereinte. Obzwar solche Sammlungen zumeist von Einzelpersonen angelegt wurden, deren eigenem Vergnügen sie in erster Linie dienen sollten, wissen wir aus der Geschichte, daB ihre Bedeutung und Wirkung über den Interessenkreis des Einzelnen hinausgingen und so mit ihrem EinfluB ein gröBeres Gebiet berührten, ja manchmal sogar zu einem wichtigen Entwicklungsfaktor wurden. Dies war in Prag am Hofe Kaiser Rudolfs n. der Fali, dessen Sammlerinteresse nicht alléin ungewöhnliche AusmaBe annahm, sondern das auch von eigenen künstlerischen Bestrebungen begleitet war. Praktisch führten die Bemühungen, hervorragende Werke der Vergangenheit imd Gegenwart zu erwerben, dazu, daB an den Hof Rudolfs n. eine Reihe hervorragender europáischer Künstler berufen wurde, die dort ein sehr kultiviertes höfisches Zentrmn schufen. Aber auch nach dem Tode Rudolfs II. übten seine Sammlungen ihren EinfluB auf die europáische Kultur und auf die Entwicklung der Kunst in den böhmischen Lándern aus. Das auBergewöhnliche Beispiel der Sammlerleidenschaft des Kaisers fand vor allém bei denen Nachahmung, die mit dem Hof direkt in Berührung kamen. Der führende, vermögende Adel des Landes