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Das BUDAPESTER MUSEUM DER BILDENDEN KÜNSTE besitz eine Gemäldesammlung, die zu den namhaftesten Europas zählt. Dieser hohe Rang ergibt sich einerseits aus der Reichhaltigkeit der Galerie, anderseits aus der hervorragenden Quahtät der Werke selbst. Mehr als 2000 Gemälde — von denen etwa 600 ständig ausgestellt sind — bieten einen guten Überblick über die Entwicklung der europäischen Malerei vom Anfang des 15. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, dem Aufbruch der Kunst in die Moderne. Von besonderer Bedeutung sind die Abteilungen der itaüenischen Renaissance und der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts sowie vor allem eine Kollektion spanischer Malerei, wie sie ähnUch nur noch in wenigen Museen der Welt zu finden ist.
Das Gebäude des Museums, ein prächtiger neoklassizistischer Bau von Albert Schickedanz und Philipp Herzog, ist kaum mehr als sechzig Jahre alt (beendet 1906), die Sammlung selbst jedoch hat eine mehr als zweihundertjährige Vergangenheit. Ihr Entstehen und ihre Entwicklung wurden von den besonderen Bedingungen der ungarischen Geschichte bestimmt. Die ungarischen Herrscher des Mittelalters, vor allem König Matthias Corvinus, der große fürstliche Mäzen der ungarischen Renaissance, trugen in ihren Residenzen bedeutende Kunstschätze zusammen. Doch nach der verheerenden Niederlage der Ungarn gegen die Türken bei Mohács (1526) fielen diese Schätze der eineinhalb Jahrhunderte dauernden türkischen Besetzung des Landes zum Opfer bzw. wurden unter den Habsburgern nach Wien überführt. Die Kunstwerke aus dem Palast König Matthias' zu Buda sind nur aus den Beschreibungen zeitgenössischer Quellen bekannt; Vasaris Biographien erwähnen ein Madonnenbild von Leonardo und ein ReUef von Verrocchio, das Alexander den Großen darstellte, beides Geschenke itahenischer Fürsten an den ungarischen König. Nach der Eroberung der Hauptstadt und der Burg Buda im Jahre 1541 dehnten die Türken ihre Herrschaft auf ein reichliches Drittel des Landes aus. Ungarn zerfiel in drei Teile, und die nun folgende Zeit ständiger Unruhen und Kriege war fürstlichem Mäzenatentum und größerer Sammeltätigkeit wenig förderlich. Die Habsburger Kaiser, die als Könige von Ungarn ein Drittel des Landes regierten, hielten in Wien und in Prag hof, wo sich auch die kaiserlichen Sammlungen befanden, die in erheb-Uchem Maße durch Kunstschätze aus Ungarn erweitert und bereichert wurden. Aus den Sammlungen ungarischer Magnaten des 17. Jahrhunderts gelangten viele Stücke nach Wien, die teilweise, besonders bei Gütereinziehungen in Folge von Hochverratsprozessen, dem Lande für immer verlorengingen. Bis zum 18. Jahrhundert konnte sich auf diese Weise keine bedeutende Privatsammlung entwickeln, die geeignet gewesen wäre, den Grundstock eines öffentUchen Museums zu bilden. Erst nach Vertreibung der Türken, dem Wiederaufbau des Landes, der Erneuerung des kulturellen Lebens kam gegen Ende des 18. Jahrhunderts der Gedanke auf, eine öffentUche Sammlung zu schaffen. 1802 wurde das Ungarische Nationalmuseum eröffnet, eine Gründung des Grafen Franz Széchényi. Es enthielt in erster Linie historisches Material, eine Gemäldegalerie bildete sich erst später allmähUch heraus. Die erste Grundlage hierfür schuf Johann Ladislaus Pyrker, Erzbischof