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DER PITTI PALAST
« Herr Luca Pitti bestellte bei Filippo noch einen reichen und prächtigen Palast vor dem Tor von San Niccolö di Fiorenza, Ruciano genannt aber nicht in gleicher Grösse des für ihn bereits in Florenz begonnenen und bis zum zweiten Fensterwerk geführten », so schrieb Vasari. Und tatsächlich beschloss die florentinische Herrschaft am 19. August 1461, dem berühmten und mutigen Bannerherrn der Republik, Luca Pitti, ein Grundstück auf dem Hügel, wo sich heute der Boboli Garten befindet, zum Bau seines neuen, noch grösseren Hauses zu überlassen. Zu diesem Bau war Luca Pitti fast gezwungen « wegen der ihm durch göttliche Gnade so reichlich bescherten Familie ». Und so wuchs der Palast nach dem Modell des im Jahre 1446 verstorbenen Brunelleschi und erreichte « die zweite Fensterreihe in solcher Grösse und Pracht, wie man unter den toskanischen Werken noch nie etwas Selteneres und Prächtigeres gesehen hatte». Aber Luca Pitti's Ruhm verflog so rasch wie er gekommen war. Sein Verlangen nach Macht, das ihn mit andern dazu verleitet hatte, sich gegen Piero de' Medici, Sohn und Erbe Cosimo's des Alten, zu verschwören,
führte ihn durch den Misserfolg dieser Verschwörung ins Exil. Obwohl ihm später durch Piero verziehen wurde und er in die Stadt zurückkehren konnte, so vermochte er sich dennoch nie mehr gänzlich von seinen pekuniären Schwierigkeiten zu erholen. Teils aus diesem Grunde und nachher durch seinen Tod, im Jahre 1472, wurde der Bau des Palastes aufgehalten, blieb aber dennoch stets mit seinem Namen in Zusammenhang. Dem alten Projekt gemäss erweiterte sich die Fassade durch sieben Fenster und im Erdgeschoss durch drei «Ieichgrosse Portale mit harmonischem Abstand. Die hintere Fassade hingegen blieb unfertig, wie eine sich im Palazzo Vecchio befindliche Freske von Vasari beweist. Im Jahre 1550 kaufte Eleonora von Toledo, Gemahlin des ersten Grossherzogs von Florenz, Cosimo dei Medici, den Palast für ihre Familie, und damit begann eine neue, wirklich glänzende Zeit: « Vor wenigen Jahren kaufte die hochverehrte Frau Leonora von Toledo, Herzogin von Fiorenza, durch den Rat ihres Gemahls, des hochverehrten Herrn Herzog, diesen Palast, und erweiterte diesen durch einen grossen Garten rundherum, zum Teil in der
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