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Alfred Klausmeier - Menschen, die die Welt veränderten [antikvár]

Menschen, die die Welt veränderten [antikvár]

Alfred Klausmeier, Hendrik van Bergh, Kurt Finke

 
Ist der »blinde Sänger* Homer nur eine Sagengestalt oder hat er wirklich gelebt? Teil einer Handschrift der »Odyssee^' Homers auf Papyrus (rechts). Sie wurde bei einer Mumie in Faijum in Ägypten gefunden und entstammt der Zeit um 22S V. Chr. Während des ganzen Altertums waren die Werke Homers weit verbreitet; sie nahmen den ersten Platz in der Schullektüre ein. Mittleres Bild: Nach jahrelanger abenteuerlicher Irrfahrt landete Odysseus endlich wieder daheim in Ithaka, seinem Königreich. Diese Darstellung der Ankunft fand sich auf...
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Ist der »blinde Sänger* Homer nur eine Sagengestalt oder hat er wirklich gelebt? Teil einer Handschrift der »Odyssee^' Homers auf Papyrus (rechts). Sie wurde bei einer Mumie in Faijum in Ägypten gefunden und entstammt der Zeit um 22S V. Chr. Während des ganzen Altertums waren die Werke Homers weit verbreitet; sie nahmen den ersten Platz in der Schullektüre ein. Mittleres Bild: Nach jahrelanger abenteuerlicher Irrfahrt landete Odysseus endlich wieder daheim in Ithaka, seinem Königreich. Diese Darstellung der Ankunft fand sich auf einer antiken Vase. Die alten Griechen empfanden ihren Homer als den Dichter schlechthin, Goethe beispielsweise ist stark von »Ilias« und »Odyssee« angeregt worden, und heute gibt es wohl kaum eine Hochsprache, in der man diese beiden Epen nicht lesen könnte. Das also ist sicher: Neben Dantes »Göttlicher Komödie«, neben den Dramen Shakespeares gelten uns die altgriechischen Heldenlieder, die Homer zugeschrieben werden, als absolute Höhepunkte der Weltliteratur. Sie haben »aufs nachhaltigste Menschentum und religiöse Vorstellungen der Griechen geprägt«, auf denen das europäische Menschentum fußt. Sonst aber ist sehr vieles unsicher. Über das Leben dieses Homer ist so wenig Beweisbares bekannt, daß die neuere Literaturwissenschaft ihn eine Zeitlang für eine legendäre Figur hielt. Und lange wogte der Streit hin und her, wieviel Autoren man für »Ilias« und »Odyssee« wirklich annehmen müsse. Heute ist man sich wieder darin einig, daß Homer wirklich gelebt hat. Seine Heimat lag nicht im eigentlichen Griechenland, sondern jenseits des Ägäischen Meeres im ionisch-äolischen Kleinasien - und zwar ein Stück südlich jenes Gebietes, das einst Schauplatz des Trojanischen Krieges gewesen ist. Smyrna, so scheint es, war die Stadt, in der er im 9. Jahrhundert v. Chr. geboren wurde. Ein uns Unbekannter, der mit Pseudo-Herodotus bezeichnet wird, hat etwa zwei Jahrhunderte nach dem Tod des Dichters eine »Vita Ho-meri«, eine Lebensbeschreibung Homers, verfaßt. In ihr erzählt er unter anderem, die Bewohner des Ortes Neon Teichos hätten ihm noch einen Platz gezeigt, an dem Homer des öfteren gesessen und aus seinen Werken vorgetragen habe. Sie hätten diese Stätte ungemein verehrt. Dort habe eine Schwarzpappel gestanden, von der sie sagten, »sie sei ihnen erwachsen, seitdem der Melesigenes zu ihnen kam«. Melesigenes: das soll der ursprüngliche Name Homers gewesen sein. Er bedeutet »der vom Fluß Meies Herstammende« -von einem Fluß, der an Smyrna vorbeifloß. Die Mutter soll Kretheis geheißen haben. Über den Vater sind sich die Quellen weniger einig, es werden verschiedene Namen genannt. Plutarch behauptet sogar, er müsse ein Daimon gewesen sein, ein übermenschliches Wesen. In mehreren ionischen Städten gab es noch Jahrhunderte nach Homer Erinnerungen an ihn. Zur Insel Chios hatte er eine besonders enge Verbindung; und dort wirkten noch viele Generationen nach ihm die Homeriden, eine Schule von Dichter-Sängern, die Hymnen in homerischer Form schrieben und vortrugen. In einer dieser Hymnen ist von einem Dichter des felsigen Chios die Rede, dessen Gesänge alle unsterblich bleiben würden - damit ist kein anderer als Homer gemeint. Es wird dabei von einem blinden Mann gesprochen; und auch der Pseudo-Herodotus berichtet, Homer sei lange von Blindheit bedroht gewesen und schließlich erblindet. Auf der Kykladen-Insel los ist dieser »blinde Sänger« gestorben, wohl im 8. Jahrhundert. Dort habe es auf einem Felsvorsprung sein Grab gegeben und sogar eine Inschrift: »Hier birgt die Erde das heilige Haupt, den Ordner der Helden, den göttlichen Homer.« Was ist nun die bleibende Leistung dieses frühen großen Dichters gewesen, der über die Jahrtausende hin unvergessen blieb? Heute ist man ziemlich übereinstimmend der Ansicht, daß die »Ilias« von Homer gedichtet wurde. Dabei fußte er auf einer mündlichen, bis ins 2. Jahrtausend v.Chr. zurückreichenden Überlieferung, die er dramatischer und weit kunstvoller gestaltete und, vor allem, entschieden vermenschlichte. Griechen und Trojaner werden gleichermaßen mit Anteilnahme und Sympathie geschildert;

Termékadatok

Cím: Menschen, die die Welt veränderten [antikvár]
Szerző: Alfred Klausmeier , Hendrik van Bergh Kurt Finke
Kiadó: Bechtermünz Verlag
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3828903673
Méret: 220 mm x 300 mm
Alfred Klausmeier művei
Hendrik van Bergh művei
Kurt Finke művei
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