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Das Zeitalter des MenschenEine künstliche ErdeIm Jahr 1960 stieg ein Mann namens Jewgenij Schepeljew am Moskauer Institut für Flugmedizin in einen kleinen, luftdichten Metallcontainer. Als er die Tür hinter sich verriegelte, war er nicht allein. Er teilte den engen Raum mit fünfundvierzig Litern Grünalgen der Gattung Chlorella. Sein Plan war es, dass die Algen ihm den Sauerstoff lieferten, den er als Mensch zum Leben brauchte.Theoretisch sollte das klappen. Vor ihm hatte es aber noch kein Mensch gewagt, die biologischen Berechnungen am eigenen Leib auszuprobieren. Der zweiundvierzig Jahre alte Russe war der erste Mensch, der seine Luftversorgung einem Bottich Algen überließ, der Erste, der sich komplett von einer Kunstnatur abhängig machte.1Schepeljew war mit acht Geschwistern in ärmlichsten Verhältnissen groß geworden. Er hatte früh seine Liebe zur Wissenschaft entdeckt. In Moskau gelang es ihm, in den wissenschaftlichen Jugendclub des Zoologischen Gartens aufgenommen zu werden. Dann studierte er Medizin und wandte sich einem großen Thema zu: wie das Leben in den Weltraum gelangen kann.Der hagere Forscher hatte bei seinem Containerexperiment ferne Sterne im Sinn. Solche Behälter, kleine, künstliche Ökosysteme, sollten in Zukunft zu ganzen Städten heranwachsen, die Pioniere auf anderen Planeten aufbauen. So würde es der siegreichen Sowjetunion möglich, nach der ganzen Erde auch das Weltall zu kolonisieren.Eine künstliche Erde 7