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Einleitung
Wenn der Samen in das Ei eindringt, ist der Mensch im Umriß fertig. Alles, was dann in seinem Leben passiert, sind Anpassungsversuche, Reparaturen, kleinere Umbauten, Dekorationen, Umstellungen. Mit dem befruchteten Ei steht fest, wie lang, breit oder dünn er wird. Jetzt schon ist die Form seines linken oberen Schneidezahnes fixiert, seine Haarfarbe, die Qualität seiner Haare, ihre Lebensdauer, die Gestalt der kleinen Zehe des linken Fußes, die Qualität der Organe und damit auch die des Gehirns, Charakterdispositionen, Drang-und AfFektenergien, mit einem Wort: alles Wesentliche. Zu dieser genetischen Anlage des Menschen kommen dann - die einen meinen, bereits vor seiner Geburt, die anderen meinen, erst nach seiner Geburt - die Umwelteinflüsse.
Für Aufsehen sorgte vor einigen Jahren die Untersuchung einer nordamerikanischen Universität: Ein Team hatte die Lebensgeschichten eineiiger Zwillinge studiert, die, seit frühester Jugend getrennt, in verschiedenen Milieus aufgewachsen waren. Ein Beispiel: 1946 bringt eine Deutsche eineiige Zwillinge zur Welt und gibt sie zur Adoption frei. Ein Kind bleibt in Deutschland bei einer Bäckersfamilie, während das andere im Alter von wenigen Monaten in die USA zu einer Offiziersfamilie kommt. In den folgenden Jahrzehnten sehen und hören die beiden Geschwister nichts voneinander. Erst
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