Bővebb ismertető
VORWORTDie neue Reihe der zweisprachigen Ausgaben eröffnet ein einzigartiges Werk des Altertums, der einzige ganz erhaltene komische oder Sitten-Roman, den wir besitzen; denn Petrons realistischer und satirischer Roman ist ja nur in Bruchstücken überliefert. Apuleius' Metamorphosen aber besitzen wir vollständig und haben in ihnen ein lebendiges Bild des antiken Lebens in seiner ganzen Maimigfaltigkeit und seiner schillernden Buntheit. Wir sehen die vornehme Gesellschaft wie die bittere Armut, Edelmut und Lüsternheit, Frivolität und Priestertrug, Zauberei und fromme, religiöse Hingabe, das qualvolle Dasein der Sklaven und Volksbelustigungen, Räuberwesen und Frechheit der Soldateska, kurz, während wir den zum Esel venv'andelten Menschen auf seiner Wallfahrt begleiten, rollt sich ein wesentlicher Teil des menschlichen Lebens in all seinen Schattierungen bis in seine tiefsten Tiefen vor uns ab. In die Mitte aber und unmittelbar hinter den Räubemovellen, so den Wechsel deutlich markierend, hat der Verfasser die halb satirische, halb märchenhafte und halb burleske Erzählung von Amor und Psyche gestellt, die zu einem Schatz der Weltliteratur geworden ist. Man darf hoffen, daß auch der moderne Leser der Mahnung folgen wird, mit welcher der Autor seine Vorrede schließt: Leser, merk auf! Du wirst deinen Spaß daran haben."Der Stil der Darstellung ist nicht einheitlich; denn oft läßt sich der Schriftsteller von der Strömung seiner Zeit dazu verleiten, schwülstig und manieriert zu reden, und so sehr man sich auch bemüht, in der Übersetzung das wiederzugeben, um eine richtige Vorstellung von der Schreibweise zu erwecken, immer läßt die Verschiedenheit der Sprachen es nicht zu, im Deutschen völlig die Wortspiele und Künsteleien nachzumachen, auf welche Apuleius Gewicht gelegt hat. Aber der Leser wird es empfinden, wo Gleichklang und Reime die Sprache würzen sollen.Der benutzte Text ist der bei B. G. Teubner erschienene. Sein kritischer Apparat ist gekürzt und auf das Wesentliche beschränkt, seine lateinische Schreibung modernisiert. Dabei hat vor allem Dr. Doer mitgewirkt, der auch sonst die Arbeit der Drucklegung überwacht hat. Dafür gebührt ihm aufrichtiger Dank, nicht nur von mir, sondern auch von allen, die an dieser Ausgabe ihre Freude haben.R. Helm