Bővebb ismertető
Einführung
Dieses Buch stellt einen kühnen Versuch dar. Es bietet somit von vornherein Mißverständnissen großen Raum. Ich weiß dies, und trotzdem ist in mir der Drang, etwas zu sagen, größer als die Befürchtung, zu Irrtümern Anlaß zu sein. Erwähnen muß ich allerdings, daß ich Jahre hindurch ein überzeugter Gegner aller Lehrbücher über instrumentale Techniken war. Einmal aus einem gewissen Traditionsgefühl meiner musikalischen Erziehung heraus, die dahingehend war, daß maii wohl alle technischen Probleme weiß und deren Lösung kennt, keinesfalls aber darüber spricht oder schreibt, es sei denn, man gibt ein Mysterium preis. Zum anderen war ich der Meinung, daß eine theoretische Darstellung einer technischen Methode in Buchform sinnlos sei, da ihr das Wechselspiel der Praxis und somit der Boden des fruchtbaren Verständnisses und der beobachteten Ausführung abgehe. Ich betone, daß ich auch heute noch nicht frei von diesen Bedenken bin, zumal das bisher auf diesem Gebiet Geschehene und Geleistete in dieser Richtung verläuft.
Der Begriff einer Methode des Klavierspiels ist ja eigentlich erst in bewußter und umfassender Form von Busoni und Godowski verkörpert worden. Alle vorherigen Unterrichtsarten waren mehr auf der Grundlage des physischen Trainings aufgebaut, mit dem alleinigen Ziel der motorischen Geläufigkeit. Und selbst die bedeutendsten Erscheinungen, wie Liszt und Rubinstein, waren nicht im Besitze einer eigentlichen Methode, vielmehr entsprang ihr Spiel einem genialen Instinkt. Beweis hierfür ist die starke Unterschiedlichkeit der Technik bei den einzelnen großen Liszt-Schülern. Es sei besonders Emil von Sauers und Frederic Lamonds gedacht, die, bei aller Respektierung der typmäßigen Verschiedenartigkeit, erhellen, daß Liszt nicht in Form einer bewußten Methode unterrichtet hat.
Inzwischen ist nun die Zahl der Methoden und damit ihrer Lehrbücher gewaltig gewachsen. Doch mit Ausnahme der Arbeit Alf red Cortots ist mir kein Buch bekannt, das eine wirklich brauchbare Methode enthält. Es sind letzten Endes nur Schriften, die das Kernproblem entfernt streifen,