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Die Hauptstadt und ihre Menschen
„Ich muß zugeben, daß diese Stadt in mir eine gewisse Idee der Größe hinterlassen hat, die ich hauptsächlich dem überwältigenden Eindruck zuschreibe, den ihre Lage und die Landschaft der Umgebung vermitteln." Dieser Satz von Alexander von Humboldt aus dem Jahre 1803 hat sich seither als ein Wort von prophetischer Gültigkeit erwiesen, denn heute ist Mexico City mit den rund 18 Millionen Menschen ihres Großraumes die vermutlich volkreichste Stadt der Welt - in Konkurrenz mit den Ballungsgebieten von Schanghai, Tokio-Yokohama und New York. So ist die „Idee der Größe" heute eine mit vielen Problemen belastete Wirklichkeit geworden, während die „Lage und die Landschaft der Umgebung" noch immer den Besuchern jenen überwältigenden Eindruck vermitteln können, den schon Humboldt dort empfand.
Das von einem Bergkranz umgebene und von den ewig weißen, erkalteten Vulkankegeln im Osten, dem Popocatepetl (5442 m) und dem Ixtaccihuatl (5286 m), beherrschte weite Hochtal der Hauptstadt ist wegen seines kühleren Klimas in 2240 m Höhe und seiner guten Wasserversorgung uraher Kulturtoden. In der Reihe der indianischen Kulturen bildet
das kriegerische Volk der Azteken, deren Hauptstadt Tenochtitlán, die Vorgängerin der heutigen Metropole, 1521 von den Spaniern unter Hernán Cortés erobert wurde, nur das letzte Glied einer langen Entwicklung. Davon zeugen die großen Pyramiden von Teotihuacän, jener einstigen Kulturmetropole, die ihre Blütezeit bereits ein Jahrtausend vor der Aztekenhauptstadt erlebte. Von den Tőiteken in Tula (Höhepunkt 9. Jahrhundert n. Chr.), übernahmen die Azteken die spätere Machtstruktur ihrer Kriegerherrschaft. Doch alle lebten sie von der viel älteren Landwirtschaft der Maisbauertl, die bis an die Schwelle der Gegenwart die breite Basis des Landes gebildet und sein wechselhaftes Schicksal in zunehmender Armut ertragen haben.
Die große Landflucht des 20. Jahrhunderts hat zusammen mit dem rapiden Wachstum der Bevölkerung die sozialen Probleme des Landes und der Hauptstadt immer mehr verschärft. Selbst die aus den neu erschlossenen Ölquellen fließenden Gelder reichen bei weitem nicht aus, dieser Probleme Herr zu werden, auch wenn sie für den Aufbau neuer Industrien und die Sanierung „wilder" Siedlungen verwendet werden. So führt diese Hauptstadt vor allem das große, noch ungelöste